Christbäume werden billiger

Christbäume werden in den nächsten Jahren billiger. Grund dafür ist ein Überangebot an Bäumen, weil zu viele gesetzt wurden. Was des Kunden Freud, ist der Christbaumbauern Leid, denn sie werden mit Dumpingpreisen zu kämpfen haben.

Das Problem sei hausgemacht, sagt der Obmann der steirischen Christbaumbauern, Gottfried Fließer. Vor Jahren hat es einen Mangel an Bäumen gegeben, die Bauern haben darauf reagiert und mehr angesetzt. Die Anbaufläche hat sich in der Steiermark von 200 Hektar auf knapp 400 Hektar verdoppelt.

Frost war heuer noch marktregulierend

Auch in Ober-und Niederösterreich sowie dem Burgenland werden mittlerweile fast doppelt so viele Bäume angepflanzt wie noch vor zehn Jahren: „Und jetzt kommt eben die Welle, die überschwemmt, wo wir eigentlich eine Überproduktion haben und da war der Frost eher marktregulierend, sodass wir heuer die Überproduktion noch nicht so spüren, aber sie kommt mit Sicherheit auf uns zu“, sagt Fließer.

Christbaum, Preise, Test

APA/Herbert Pfarrhofer

Es wird nicht mehr lange dauern, bis die ersten Christbäume verkauft werden

Einen Euro Verlust pro Baum und pro Jahr

Wenn es eine Überproduktion gibt, dann sinkt auch der Preis. Das ist die logische Folge, so Fließer. Derzeit kostet ein Meter steirische Nordmanntanne zwischen 15 und 20 Euro. „Jedes Jahr, so schätze ich, werden wir in etwa einen Euro pro Baum verlieren. Es werden im Schnitt pro Baum einige Euro sein in den nächsten zehn Jahren“, schätzt der Obmann.

Bauern wollen Anbauflächen weiter ausweiten

Ein Umkehrtrend sei nicht erkennbar, denn eine Umfrage unter den Christbaumbauern habe ergeben, dass jeder zweite seine Flächen ausweiten wolle. Viele würden den Ernst der Lage nicht erkennen: „Über kurz oder lang wird es wieder Betriebe geben, so wie wir es vor 15 bis 20 Jahren schon gehabt haben, dass Betriebe überfordert sind und aufhören mit der Produktion, weil es sich finanziell nicht mehr rentiert.“

Auch in Dänemark und Deutschland wird die Christbaumproduktion künftig größer sein als die Nachfrage. Viele Bauern, auch heimische, wollen deshalb in ehemalige Ostblockländer exportieren. Doch Gottfried Fließer ist realistisch - die meisten Menschen dort könnten sich unsere Bäume nicht leisten. Die Christbaumbauern im Burgenland haben derzeit ganz andere Probleme: Durch den Frost ist es zu großen Ausfällen gekommen – mehr dazu in Angst vor Christbaumengpass (burgenland.ORF.at).

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