U-Boot-Roboterschwarm soll Giftmüll orten

Nach Flugzeugabstürzen - vor allem im Wasser - wird oft wochenlang nach der Blackbox gesucht, aber auch versenkter Giftmüll ist schwer zu orten. Für solche Aufgaben entwickeln Grazer Forscher nun einen autonomen Roboterschwarm.

Derzeit besteht der Scharm aus 20 kleinen Robotern, die an Schildkröten erinnern - sie schwimmern in einem kleinen Schwimmbecken an der Uni Graz.

Gemeinsam bilden sie aber den weltgrößten, selbstständig agierenden Unterwasser-Roboterschwarm, sagt Projektleiter Thomas Schmickl: „Unser Roboterschwarm kann Dinge im Ozean, am Meeresboden finden, die schwer zu finden sind, etwa Giftfässer, die ein Leck bekommen haben oder auch die Blackbox von einem abgestürzten Flugzeug - das ist das Hauptziel, das wir uns gesetzt haben.“

Schwarm u-Boot Roboter

Artifical Life Lab Graz

Der Schwarm erreicht sein Ziel, auch wenn Einzelne ausfallen

Vorbild ist die Natur

Entwickelt wird ein einfach denkender Schwarm, der miteinander kommuniziert, gemeinsam Wissen aufbaut und auch Entscheidungen gemeinsam trifft. Jede einzelne Fähigkeit, für die die Roboter programmiert werden, ist der Natur abgeschaut, so Schmickl: „Wir haben immer tierische Vorbilder. Wir haben zum Beispiel Schleimpilze, die sich gemeinsam zu Gruppen versammeln, wir haben natürlich Fischschwärme, Vogelschwärme als Vorbild, was die gemeinsame Bewegung betrifft, wir haben Leuchtkäfer, die sich gemeinsam in Bäumen versammeln und gemeinsam blinken. Wir beschäftigen uns damit, wie kann man diese Mechanismen übersetzen, damit sie auch mit Robotern unter Wasser funktionieren.“

Der Vorteil eines Schwarms gegenüber einem großen Spezialcomputer: Selbst wenn ein Teil der Roboter ausfällt, erledigt der verbliebene Rest die gestellte Aufgabe.

Vier internationale Partner an Bord

Das Projekt ist eine Kooperation der Forscher des Artifical Life Lab Graz mit Kollegen in Italien, Deutschland, Großbritannien und Belgien und kostet insgesamt 2,9 Millionen Euro. 735.000 Euro davon fließen in die Steiermark.

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