Flüchtlingsbetreuung: Kirche verdoppelt Angebot

In der Steiermark läuft angesichts des zu erwartenden Zustroms an Flüchtlingen die Suche nach Quartieren auf Hochtouren. Jetzt verstärkt auch die Katholische Kirche ihre Flüchtlingsbetreuung und bietet 250 zusätzliche Plätze an.

Angesichts der Krise in Syrien und dem Irak erwartet das Flüchtlingsreferat des Landes in den nächsten Wochen bis zu 600 weitere Flüchtlinge alleine in der Steiermark - mehr dazu in Asyl-Debatte sorgt für Ansturm der Quartiersgeber. Nun stellt die Katholische Kirche weitere Plätze zur Flüchtlingsbetreuung zur Verfügung.

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APA / Helmut Fohringer

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Pfarrhöfe als Quartier

Vor einigen Tagen trat das Land an Diözesanbischof Egon Kapellari heran und bat um Unterstützung in der Flüchtlingsbetreuung - nun bietet die katholische Kirche in der Steiermark 250 Plätze zusätzlich an und verdoppelt damit ihr Kontingent an Plätzen für Asylwerber, sagt Erich Hohl von der Diözese Graz-Seckau: „Wir haben in den letzten Tagen eine Menge kirchlicher Objekte überprüft, jetzt ist das Land am Zug, die Plätze zu begutachten. Das sind zum Teil Pfarrhöfe oder andere kirchliche Gebäude“.

Betreuung als große Herausforderung

Experten des Landes überprüfen nun jedes einzelne angebotene Quartier der Kirche auf Tauglichkeit - die Quartiere sind ab sofort bezugsfertig. Derzeit bietet die Caritas in Graz 260 Grundversorgungsplätze an, mit den zusätzlich 250 Plätzen steigt das Angebot auf mehr als 500. Doppelt so viele Plätze bedeuten laut Franz Waltl von der Caritas auch eine große Herausforderung bei der Betreuung der Flüchtlinge, „denn bisher sind es Großquartiere, die wir in Graz betreuen, mit durchschnittlich 60 bis 70 Plätzen - dort gelingt uns eine 24 Stunden Betreuung. Das wird jetzt bei den neu gefundenen Objekten die große Herausforderung werden, da sind Objekte mit fünf bis 20 Plätzen dabei“.

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Franz Neger berichtet in „Steiermark heute“ über den Ausbau der Flüchtlingsbetreuung der Kirche

Bei der Betreuung der Asylwerber setzt die Kirche vor allem auf ehrenamtliche Mitarbeiter in den Pfarren: Franz Waltl sagt, er habe in den vergangenen Wochen in der Bevölkerung einen Gesinnungswechsel bemerkt - täglich würden sich Menschen melden, die ihre Hilfe bei der Quartiersuche und der Flüchtlingsbetreuung anbieten.

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