Wieder Babyverwechslung am LKH Graz

Am LKH Graz sind erneut zwei Neugeborene verwechselt worden - eine der jungen Mütter hat die Vertauschung bemerkt. Erst im Jänner wurde eine mögliche Babyverwechslung am Klinikum vor 25 Jahren bekannt.

Eine Vertauschung von Babys sollte aufgrund der geltenden Vorsichtsmaßnahmen gar nicht möglich sein - laut einem Bericht der „Kleinen Zeitung“ kam es dennoch dazu, und das wurde am Donnerstag vonseiten der Pressestelle des LKH-Universitätsklinikums auch bestätigt.

Bub statt Mädchen zum Stillen bekommen

Bemerkt wurde die Verwechslung nicht von einer Kinderkrankenschwester, sondern von einer der beiden betroffenen Mütter. „Die Babys wurden von der betreuenden Kinderschwester leider in das falsche Bett gelegt. Der aufmerksamen Mutter ist das jedoch, nachdem es sich um einen Buben und ein Mädchen handelt, sofort aufgefallen“, so Betriebsdirektor Gebhard Falzberger. Die Mutter des Buben wollte ihr Neugeborenes vor dem Stillen wickeln und entdeckte das Malheur. „Sie hatte ein Mädchen am Wickeltisch vor sich liegen und nicht ihren Sohn“, sagte LKH-Pressesprecherin Simone Pfandl-Pichler.

LKH: „Menschliches Versagen“

Mithilfe der Identifikationsbänder - jedes Baby wird mit Datenbändern am Arm und Bein versehen - konnte das vertauschte Baby rasch gefunden werden. „Aufgrund der engmaschigen Sicherheitsmaßnahmen wäre diese falsche Zuordnung kurze Zeit später bei der nächsten Kontrolle durch die Pflegekräfte bemerkt worden“, versicherte Klinikvorstand Uwe Lang. Die Identifikationsbänder müssen zweimal täglich - in der Früh und am Abend - mit jenen der Mutter verglichen werden und die Kontrolle in der Pflegedokumentation vermerkt werden. Die beteiligte Kinderschwester wurde verwarnt, die Anstaltsleitung habe sich bei den Müttern entschuldigt.

Mit Krankheit angesteckt?

Laut LKH leidet eine der beiden stillenden Mütter an einer chronischen Infektionskrankheit. Aufgrund der Virologie ist eine Infektion durchs Stillen aber nahezu ausgeschlossen; ungeachtet dessen wurde das Baby in Abstimmung mit den Eltern aktiv und passiv geimpft. Eine Infektionsgefahr sei daher „äußerst unwahrscheinlich und de facto nur theoretisch gegeben“, heißt es in einer Aussendung des LKH.

Erst im Jänner war bekanntgeworden, dass eine Steirerin vor 25 Jahren als Baby möglicherweise im Grazer LKH-Uniklinikum vertauscht worden war. Die Staatsanwaltschaft Graz ist seit April 2015 mit dem Fall befasst, hat das Verfahren aber „aus Beweiserwägung“ eingestellt. Verunsicherten Frauen wurde daraufhin seitens des LKH Graz ein kostenloser DNA-Test angeboten. Rund 30 Frauen meldeten sich, um eine genetische Verwandtschaft zur Mutter der vor 25 Jahren vertauschten Frau, bzw. zu dieser selbst auszuschließen - eine entsprechende DNA-Übereinstimmung wurde bisher nicht gefunden - mehr dazu in Babyverwechslung in Graz weiter ungeklärt (2.2.2016).

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