Graz-Wahl: Grüne setzen auf „gerechte Chancen“

Die Grazer Grünen treten bei der Gemeinderatswahl am 5. Februar mit einer neuen Spitzenkandidatin an: Tina Wirnsberger folgt der langjährigen Grünen-Chefin Lisa Rücker nach und setzt auf „gerechte Chancen für alle“.

Wirnsberger will die Grazer Grünen, die 2012 auf den fünften Platz von sechs Parteien im Gemeinderat rutschten, wieder weiter nach vorne bringen. Wie weit, verrät sie nicht - ihr Ziel sei es, politisch wieder mitgestalten zu können.

Eine Wahl als Richtungsentscheidung

Dabei sei die kommende Grazer Gemeinderatswahl laut der Grünen Spitzenkandidatin keine Routinewahl - sondern eine Richtungsentscheidung: „Wer in einer offenen Stadt leben möchte, in einer umweltfreundlichen Stadt, in einer Stadt, in der alle Menschen dieselben Chancen auf ein gutes Leben haben - der muss Grün wählen und damit ein ganz klares Zeichen gegen schwarz-blaue Ausgrenzungspolitik setzen.“ Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) würde die wahren Probleme nicht erfassen, die FPÖ nur Ängste schüren - das Grüne Programm dagegen stelle den Zusammenhalt in den Mittelpunkt, so Wirnsberger weiter.

„Gerechte Chancen für alle“

Für so manchen Grün-Wähler neu: Auf einem der Plakate ist „Familie“ der zentrale Begriff: „Gerechte Chancen für alle“, interpretiert Tina Wirnsberger das Plakat. Dieses Motto beziehe sich auch auf gerecht verteilte Bildung: Schulen mit besonderen Anforderungen zur Herstellung von Chancengleichheit sollen somit nach einem Index mehr Geld bekommen.

Tina Wirnsberger

Kucek

Grünen-Spitzenkandidatin Tina Wirnsberger

Die Umweltpolitik ist ein weiteres großes Grün-Thema: So wollen die Grazer Grünen den Ausbau des Straßenbahnnetzes umsetzen, Rad-Schnellverbindungen quer durch die Landeshauptstadt schaffen und günstige Tickets für Beschäftigte und junge Menschen realisieren. Schwarz-Blau hätte das bisher verhindert, kritisiert die Grüne Spitzenkandidatin.

Grüne wollen wieder mitgestalten

Dennoch streckt Wirnsberger auch der ÖVP die Hand entgegen. Ihr Wahlziel sei es nämlich, wieder mitzugestalten - mit wem auch immer; nur die Freiheitlichen kommen für die Grazer Grünen nicht in Frage. Ob der Bau des Murkraftwerks ein Ausschließungsgrund sei, mit der ÖVP zusammenzuarbeiten? „Da jetzt schon von einer Ausschließung zu sprechen, halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht“, so Wirnsberger. Da ist die Grazer Grünen-Spitzenkandidatin zumindest etwas zurückhaltender als der Grüne Landessprecher Lambert Schönleitner, der - so das Kraftwerk definitiv gebaut wird - ein Zusammengehen von Schwarz-Grün ausschloss - mehr dazu in Schönleitner: „Am Ende geht es um Inhalte“ (3.1.2017).

Mit einem Haustür-Wahlkampf wollen die Grünen jedenfalls ihre Themen den Grazern in den nächsten Wochen besonders nahe bringen - auf diesem Weg will man rund 10.000 Wähler zusätzlich erreichen.

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