Hund in Wäschetrockner: Frau verurteilt

Ein toter Hund im Wäschetrockner und falsche Anschuldigungen haben eine Steirerin vor das Grazer Straflandesgericht gebracht. Die 49-Jährige wurde am Mittwoch unter anderem wegen Verleumdung zu 20 Monaten bedingter Haft verurteilt.

Der Fall hatte Mitte März für großes mediales Interesse gesorgt: Die Frau, damals noch das vermeintliche Opfer, zeigte an, dass sie ihren toten Hund in einem Blumentopf vor der Tür gefunden habe. Außerdem habe sie einen Zettel mit den Worten „Noch warm und wäschetrocknerfest“ entdeckt, den der Täter geschrieben haben soll. Sie beschuldigte Nachbarn und stellte sich sogar für TV-Sender vor die Kamera. Tage später gestand sie jedoch, dass sie selbst am Tod des kleinen Hundes schuld war, es jedoch nicht ihrem Sohn beichten konnte, da dieser Autist ist - mehr dazu in Rätsel um toten Hund vor der Haustür (20.3.2017) und in Hund im Wäschetrockner getötet: Fall gelöst (24.3.2017).

Verleumdung, Falschaussage, Beweismittelfälschung

Nicht nur die Frau, sondern auch die falsch beschuldigten Nachbarn waren am Mittwoch zum Prozess gekommen: Die Steirerin gestand dabei Verleumdung, Falschaussage und Beweismittelfälschung. Sie erklärte, dass der Hund ihrem Sohn gehörte und das Verhältnis zu den Nachbarn eigentlich gut war, bis eine neue Nachbarin einzog.

Letztlich meinte sie, den Hund wohl nicht nur in den Trockner gegeben, sondern zuvor sogar schon mitgewaschen zu haben: „Er wäre wohl nicht in die nasse Wäsche gegangen.“ Daher glaubt sie nun, dass er in der Hundedecke war, als sie diese in ihre Toplader-Waschmaschine steckte. Nach dem Waschgang fiel ihr immer noch nichts auf und sie gab die Decke auch noch in den Trockner - erst danach fand sie das tote Tier.

„Ich habe damit alles schlimmer gemacht“

Anschließend sei es ihr nicht gut gegangen, schluchzte sie vor Gericht. Der Richter wollte wissen, warum sie dann auf die Idee kam, den Zettel zu schreiben. „Fragen Sie mich was Leichteres. Das habe ich geschrieben, da war ich schon besoffen“, merkte sie nebenbei an. Sie wollte es ihrem Sohn nicht gestehen: „Ich weiß, ich habe damit alles schlimmer gemacht.“

Der Staatsanwalt hielt fest, dass es nicht die Nachbarn, „sondern der Alkohol war“. Offenbar war die Angeklagte betrunken, als sie den Vierbeiner in die Maschinen steckte. Die vergangenen Tage verbrachte sie bereits stationär in einer Nervenklinik - sie will einen Alkoholentzug machen. Bei den Nachbarn habe sie sich entschuldigt, doch noch während der Verhandlung bezeichnete sie diese als „falsches Pack“. „Sie müssen ihre Zunge hüten. Blöd reden kann strafbar sein“, ermahnte sie der Richter.

Richter: „Der Alk ist ein Schwein“

Er verurteilte die Frau zu 20 Monaten auf Bewährung mit einer Probezeit von drei Jahren - „ausnahmsweise“ bedingt, wie er anmerkte. Außerdem muss sie ihren Nachbarn eine Entschädigung zahlen und einen Entzug machen, sie bekommt auch einen Bewährungshelfer beigestellt. „Das ist eigentlich eine Riesensauerei. Sollte so etwas noch einmal vorkommen, gehen Sie sitzen - für mindestens zwei Jahre. Dann stellt sich die Frage der Alkoholtherapie nicht mehr, weil in zwei Jahren wird bei uns jeder clean.“

Dass sie den Hund unter Alkoholeinfluss versehentlich mitgewaschen hatte, glaubt ihr der Richter: „Der Alk ist ein Schwein. Wenn’s nix zum Saufen geben würde, hätte ich hier 70 Prozent weniger Arbeit“, meinte er am Ende der Verhandlung. Die Frau nahm das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.