Grazer Tagesklinik hilft „Schulvermeidern“

Die Tagesklinik für schulspezifische Störungen im Landeskrankenhaus Graz Süd-West hilft Kindern und Jugendlichen mit Schulproblemen - seit vier Jahren etwa auch jenen, die den Unterricht meiden.

Warum Kinder und Jugendliche nicht in die Schule gehen möchten, kann laut Sandra Möstl, der pädagogischen Leiterin der Tagesklinik, mehrere Gründe haben.

Einerseits, so Möstl, kann die Ursache zu Hause liegen, wenn Kinder Angst haben, die Wohnung zu verlassen - sei es wegen der Krankheit eines Elternteils, sei es aus Sorge, dass sich die Eltern in der Zwischenzeit trennen könnten. Andererseits können Leistungsdruck, Über- oder Unterforderung sowie Mobbing Motive sein. Dazu kommen in einzelnen Fällen psychische Krankheiten - wie eine frühe Form der Schizophrenie -, die hinter dem zwanghaften Fernbleiben liegen können.

Unterschiedliche Ansätze

So vielfältig die Ursachen, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten, einzugreifen: Neben Therapieeinheiten und Gruppenangeboten werden Kinder vereinzelt auch medikamentös behandelt. Wenn die Umstände stimmen - die Klinik für das Kind erreichbar ist und die Eltern mitarbeiten -, kann das schulpflichtige Kind im Alter zwischen sechs und 15 Jahren aufgenommen werden.

Nach einer Diagnose, warum das Kind dem Unterricht fernbleiben möchte, und intensiver Verhaltensbeobachtung gibt es für Kinder und Jugendliche unterschiedliche Therapien. Ein ergänzendes Freizeitangebot - von therapeutischem Klettern über kreative Kurse bis hin zu Ausflügen mit der Gruppe - gehört dazu.

Kontaktdaten:

LKH Graz Süd-West Standort Süd

  • Tagesklinik für schulspezifische Störungen
  • Telefon 0316/21912430

Weiterführende Hilfe

Ab der siebenten Woche wird das Kind auch zur Schule begleitet und dort unterstützt. „Das Programm zwischen acht und zehn Wochen ist ein guter Startschuss, meistens möchte das Kind dann auch wieder in den Unterricht. Viele brauchen aber noch weiterführende Hilfe, deshalb ist es wichtig, dass wir so gut mit der Jugendhilfe und den Schulen zusammenarbeiten“, sagte Möstl.

Neben dem „schulvermeidendem Verhalten“ beschäftigt sich die Klinik mit ihren sechs Plätzen auch mit schulstörendem Verhalten, zum Beispiel im Falle von Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS).

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