Arbeiter-Angestellte: Geteilte Meinungen

Arbeiter und Angestellte haben künftig die gleichen Rechte, wenn es etwa um Kündigungsfristen und Krankenstände geht - das wurde am Donnerstag im Nationalrat beschlossen. Die steirischen Kammerchefs urteilen unterschiedlich.

SPÖ, FPÖ und Grünen stimmten in der letzten Sitzung des Nationalrats vor der Wahl für eine Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten. Die ÖVP hatte sich zwar im Vorfeld auch dafür ausgesprochen, wollte einige Details aber nicht hinnehmen; auch NEOS stimmte dagegen - mehr dazu in ÖVP und NEOS erbost (news.orf.at)

Wirtschaftskammer: „Teures Wahl-Zuckerl“

Für den steirischen Wirtschaftskammer-Präsidenten Josef Herk ist diese Entscheidung ein „teures Wahl-Zuckerl zu Lasten der Wirtschaft. Prinzipiell sind wir nicht gegen eine Angleichung, aber das muss gut überlegt sein. Aber dass man hier mit einem Schlag 300 Kollektivverträge und Vereinbarungen aushebelt, ist schon sehr intensiv“. Herk schließt sich damit der ÖVP an, die grundsätzlich für eine Angleichung ist, den Beschluss aber als „Hauruck-Aktion“ bezeichnete.

ÖGB und AK: „Ganz wichtige Botschaft“

Der steirische ÖGB-Präsident Horst Schachner ist froh, dass künftig Arbeiter und Angestellte bei Krankheit und Arbeitsunfällen gleiche Rechte auf Entgeltfortzahlung haben: „Das ist eine ganz wichtige Botschaft für die Menschen.“

AK-Präsident Josef Pesserl fand die Entscheidung des Nationalrates ebenfalls „äußerst erfreulich“. Das Kosten-Argument der Wirtschaft kann er nicht nachvollziehen: „Da gibt es auch Berechnungen darüber, dass das nicht solche Unsummen sind, wie von Seiten der ÖVP teilweise behauptet wird“, so Pesserl. Die Änderungen des Gesetzespakets treten Mitte 2018 bzw. 2021 in Kraft - erst dann können die finanziellen Auswirkungen tatsächlich beziffert werden.

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