ÖBB suchen Buslenkerinnen

Frauen in Männerberufen sind in vielen Bereichen noch immer eine Seltenheit. Die ÖBB gehen jetzt bewusst andere Wege und suchen auch in der Steiermark für ihre Postbus-Flotte Buslenkerinnen.

Seit September läuft in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice das Programm „Frauen in Handwerk und Technik“ (FIT). In dessen Rahmen können interessierte Frauen den Job der Postbuslenkerin kennenlernen und erlernen, sagt Juliane Pamme von den ÖBB: „Die Teilnahme an dem Programm steht allen Frauen offen und zwar denen, die beim AMS arbeitslos gemeldet sind. Sie sollten mindestens 24 Jahre alt sein, über gute Deutschkenntnisse verfügen - zumindest über das B1-Niveau -, es ist auch sehr sinnvoll, wenn sie Freude am Umgang mit Menschen haben. Dann sollten sie natürlich auch den Führerschein B besitzen und zumindestens drei Jahre Fahrpraxis vorweisen können.“

13 Frauen bereits im Dienst

In der Steiermark ist das Interesse besonders groß: 13 Frauen beendeten die sechswöchige Ausbildung bereits - sie sind seit Mitte Dezember beim ÖBB-Postbus in der Region Süd angestellt und verteilen sich auf die Dienstorte Graz, Knittelfeld, Stainach, Judenburg, Leoben, Hartberg und Fürstenfeld.

Zu Beginn absolvierten sie ein Bewerbungsgespräch und einen kleinen Test, um in den Beruf der Buslenkerin hinein zu schnuppern, erklärt Juliane Pamme: „Sie können auch schon einmal auf dem Sitz des Postbusses setzen und schauen, wie sich das anfühlt, als Postbuslenkerin künftig unterwegs zu sein. Wenn man diesen Test und das Bewerbungsgespräch abgeschlossen hat, muss man noch einen verkehrspsychologischen Test bestehen.“

Ausbildungskosten übernimmt AMS

Danach übernimmt das Arbeitsmarktservice die Kosten für die Führerschein D- und die sogenannte D95-Ausbildung: „Das ist die Ausbildung, damit man Personen befördern darf“, so Pamme, die bestätigt, dass alle Frauen, die diese Ausbildung positiv abschließen, von den ÖBB auch übernommen werden.

Die ÖBB planen für das nächste Jahr, österreichweit weitere 150 Buslenkerinnen aufzunehmen; gibt es auch in der Steiermark wieder genügend Interessentinnen, könnte das nächste Ausbildungsmodul schon im Frühjahr 2018 starten.

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