Poller sollen Grazer Innenstadt sicherer machen

Die Grazer Innenstadt soll für Besucher und Bevölkerung sicherer werden. Am Montag legte die schwarz-blaue Stadtregierung ein Konzept vor, das unter anderem auch die Errichtung von Pollern vorsieht.

Ein Jahr lang tüftelte eine Arbeitsgruppe der Stadt gemeinsam mit der Polizei an dem nun vorgelegten Sicherheitskonzept, das die Grazer Innenstadt laut Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) vor sogenannten „Rammangriffen“ schützen soll: „Wir haben - und das wird sich am 20. Juni zum dritten Mal jähren - ein fürchterliches Ereignis in Graz gehabt, wo wir mit der Amokfahrt gesehen haben, wie verwundbar doch Innenstadtbereiche sind.“

Kaiser-Josef-Platz, Lendplatz, Sporgasse

In einer ersten Phase sollen die beiden großen Marktplätze Kaiser-Josef-Platz und Lendplatz, wo sich in der Regel viele Menschen gleichzeitig aufhalten, sowie die Sporgasse vom Karmeliterplatz und der Ballhausgasse kommend abgesichert werden, so Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ): „Man kann sich vorstellen, dass dort natürlich aufgrund der Erreichbarkeit die Möglichkeit besteht, auch mit einem Fahrzeug hineinzufahren. Wenn man an die Sporgasse denkt, ist das eine Situation, wo man von oben mit viel Schwung mit einem Fahrzeug hinunterfahren und dementsprechend großen Schaden anrichten kann“, so Eustacchio. 

Schutzmaßnahmen für die Grazer Innenstadt

Architekt DI Norbert Müller

So soll der Lendplatz künftig aussehen

„Security by Design“

Auf den Marktplätzen sollen Betonblöcke errichtet werden, die auch als Sitzgelegenheiten verwendet werden können, in der Sporgasse soll eine Mischung aus neu gepflanzten Bäumen, Betonblöcken und versenkbaren Pollern für den notwendigen Schutz sorgen.

Schutzmaßnahmen für die Grazer Innenstadt

Architekt DI Norbert Müller

Elemente wie diese sollen die Grazer Innenstadt künftig sicherer machen

Laut Baudirektor Bertram Werle sollen sich die baulichen Maßnahmen in das Stadtbild einfügen: „Ich möchte es unter den Begriff ‚Security by Design‘ stellen - wir haben uns bemüht, dass dieses ganze Mobiliar unauffällig ist und auch eine Funktion beinhaltet, sodass es nicht als Bollwerk verstanden werden kann.“

Ein Bollwerk für den Fall des Falles

Ein Bollwerk soll es trotzdem sein - und zwar für den Fall des Falles. Landespolizeidirektor Gerald Ortner betonte am Montag, dass es derzeit keine konkreten Bedrohungen gibt: „Es gibt derzeit keine Hinweise auf geplante Anschlagsszenarien in Österreich, aber die örtliche Nähe zu den Anschlagsorten in Frankreich, Belgien, Deutschland mahnt zur Vorsicht.“

Die baulichen Maßnahmen zum Schutz der Grazer Innenstadt werden 600.000 Euro kosten. Die Errichtung beginnt im Sommer und soll im Herbst abgeschlossen sein.

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