Elfte Klangwolke entführt in die Vergangenheit

Die diesjährige Klangwolke steht ganz im Zeichen barocken Pferdeballetts: Intendant Mathis Huber von der styriarte erläutert die Dimension des Projekts „La Margarita“, das die Steiermark am 15. Juli in die Vergangenheit entführt.

Klangwolke 2017

Werner Kmetitsch

Klangwolke - machen Sie mit!

Die Klangwolke 2017 um „La Margarita“ im oststeirischen Schloss Schielleiten wird am 15. Juli ab 21.00 Uhr auf Radio Steiermark zu hören und in ORF III zu sehen sein.

Alle Steirer sind dazu eingeladen, die Klangwolke mit eigenen Übertragungen wachsen zu lassen. Hier können Sie die Klangwolke erleben!

Oder wollen Sie selbst mitmachen? Hier geht’s zur Anmeldung!

Mathis Huber verspricht ein Projekt, das alle Künste des Barock umfasst: „Im Zentrum steht ein tanzendes Pferd: Ein großes Rossballett mit großer Ballettoper - und aus dem Fest des Kaisers aus dem Jahr 1667 ziehen wir die Inspiration für ein Fest, das die Kunst, die Musik, die Ideen des originalen Festes auf ein heutiges Ereignis komprimiert.“

Inspiration aus dem 17. Jahrhundert

Zu hören sein wird dabei stilechte Opernmusik aus der Mitte des 17. Jahrhunderts - „originale Pferdeballettmusik, vor allem jene von Johann Heinrich Schmelzer“, betont Huber.

Tanzschuhe werden übrigens dennoch keine durchgetanzt werden: „Wir lassen 16 fantastische Andalusierhengste aus der Spanischen Reitschule in Ungarn tanzen. Sie werden von jungen ungarischen Damen und Herren geritten, ganz wunderbare Reiter“, schwärmt der Intendant.

Klangwolke 2017

Werner Kmetitsch

Die Choreografie wurde von der leopoldinischen Hochzeit inspiriert, die auch die Musikauswahl beeinflusste, wie Huber erzählt: „Dazu gibt es eine kleine Operninszenierung. Das Ganze erzählt die Geschichte vom Raub der Äpfel der Hesperiden, die am Ende dem Kaiser zu Füßen gelegt werden, damit er sie seiner Braut, Margarita von Spanien, als Hochzeitsgeschenk überlässt.“

Klangwolke 2017

Werner Kmetitsch

Auch in puncto Kostüme bietet die Klangwolke viel zu sehen

Von der Dämmerung in die Nacht

Mit dem Hof des oststeirischen Schlosses Schielleiten findet die Inszenierung an einem besonderen Aufführungsort statt: „Der Hintergrund ist wunderschön: das beleuchtete Schloss Schielleiten. Die ganze Produktion beginnt um 21.00 Uhr - wir gehen aus der Dämmerung in die Nacht hinein. Es gibt nicht einfach einen Platz zum Hinsetzen und Zuschauen, sondern es gibt was zu essen, zu promenieren, zu reden, es gibt Gaukler - ein kleines Spektakel.“ Und auch wenn die Pferde notfalls im Regen tanzen werden - die Besucherplätze seien überdacht, versichert Huber.

Die Klangwolke als Schauwolke

Jeweils 1.000 Besucher werden zu den insgesamt vier Vorstellungen erwartet - an einem Tag, dem 15. Juli, wird das Projekt im Rahmen der elften Klangwolke jedoch überall in der Steiermark zu erleben sein: Live auf ORF III und in Radio Steiermark übertragen, werden zahlreiche Veranstalter das Projekt mittragen und so die Aufführung multiplizieren.

Klangwolke 2017

Werner Kmetitsch

Warum genau „La Margarita“ für die Klangwolke 2017 ausgewählt wurde? „Das Projekt ‚La Margarita - ein barockes Rossballett‘ ist mit Sicherheit die Vorstellung der styriarte, wo es am meisten zum Schauen gibt. Und die Klangwolke ist im Wesentlichen eine Schauwolke: Den Charme der Klangwolke macht auch das Bild aus“, erklärt Huber.

Klangwolke 2017

Werner Kmetitsch

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 31.5.2017

„Eine fantastische Möglichkeit“

Sich das Rossballett auf einer Großleinwand anzusehen - egal ob im Landhaushof, am Grundlsee, dem eigenen Fernsehbildschirm oder wo auch immer in der Steiermark, sei eine fantastische Möglichkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte, so Huber: „Nach den sehr auf die Musik konzentrierten Klangwolken der ersten neun Jahre und des zehnten Jahres - mit Nikolaus Harnoncourt und zuletzt mit Andrés Orozco - eine neue Version von Klangwolke, die das optische Element mehr in den Mittelpunkt rückt: Es ist zum Schauen und das richtige Projekt für eine Schau-Klang-Wolke.“

Klangwolke 2017

Werner Kmetitsch

Besonders freut Huber, dass die Aufführung über die Klangwolke besonders viele Menschen erreiche - „so viele Leute hätten in Schielleiten ja gar nicht Platz“, schmunzelt der Intendant.

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