CMRK: Kunst zwischen Vergangenheit und Zukunft

Ein Künstlerzusammenschluss, vier Ausstellungen - CMRK zeigt an vier Standorten in Graz Arbeiten zu unterschiedlichen Themen, darunter auch ein Ungarnschwerpunkt. Die Camera Austria und der Verein rotor öffnen ihre Archive.

Volle Archive, Arbeitskleidung für Frauen und ungarische Kunst: Unter ihrem Kürzel CMRK zeigen die Grazer Kunstinitiativen Camera Austria, Künstlerhaus, rotor und Grazer Kunstverein vier neue Ausstellungen.

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Ungarns abstrakte Kunst seit den 60er-Jahren dargestellt anhand von Werken 24 ungarischer Künstler: Die Ausstellung „Abstract Hungary“ im Grazer Künstlerhaus ist auch als Rückendeckung für die ungarische Kunstszene zu verstehen, die sich aufgrund der politischen Situation oft in private Bereiche zurückzieht. Man könne nicht mehr so sehr auf die großen staatlichen Institutionen und Akademien zählen, erklärt Ausstellungskurator Sandro Droschl.

Künstlerischer Garten

Im Grazer Kunstverein hat die neue Leiterin Kate Strain ihre Einstandsausstellung zur „Notwendigkeit der Kunst“ erweitert. Im Mittelpunkt steht die Beziehung von Mensch und Natur. Edward Clydesdale Thomson etwa will den Kunstverein im wahrsten Sinne des Wortes mit Skulpturen zum Blühen bringen und in einen richtigen Garten verwandeln.

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Ruth Lyons widmet sich spezieller Arbeitskleidung für Frauen: „Sie hat unter Wasser, in Salzminen, hoch in der Luft oder am Feld gearbeitet und dabei festgestellt, dass die zur Verfügung stehende Arbeitskleidung primär auf männliche Körper zugeschnitten ist“, erklärt Strain den Ansatz von Ruth Lyons. Sie stellt die Frage, ob sich mit perfekterer Arbeitskleidung auch eine perfektere Welt einstellt.

Kunst-Archive bändigen

Im rotor blickt man sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft. Dafür werden die Vereinsarchive durchforstet und Projekte und Ausstellungen seit dem Jahr 2007 wiederentdeckt. Der Name „Productive Wild Archive“ ist dementsprechend Programm und so soll aus den wirren Sammlungen ein nutzbares Archiv werden.

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Außerdem nimmt das Thema „Welt retten“ viel Platz ein. „Das ‚Was tun?‘ schwebt eigentlich immer in der Luft. Gerade jetzt in einer Zeit, wo so viele gesellschaftliche Fragen einerseits im europäischen Diskurs, andererseits auch in globalen Entwicklungen wirklich pressieren“, erklärt rotor-Leiterin Margarethe Makovec.

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 29.6.2017

Archive in der Öffentlichkeit

Auch die Camera Austria zeigt ihr großes Archiv, blickt auf die Anfänge im Cafe Schillerhof und im Forum Stadtpark zurück. Es geht darum, Archivbestände in eine Ausstellung zu bringen. „Das Projekt Camera Austria ist nur deshalb möglich, weil Christine Frisinghelli, Seiichi Furuya und Manfred Willmann dieses Projekt gegründet haben. Es war ein Projekt, das von Künstlern gegründet worden ist“, sagt Angelika Maierhofer vom Ausstellungsmanagement. So kamen immer wieder bekannte Künstler nach Graz - unter anderem der Fotograf Helmut Newton.

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