Kastanienknistern in Graz - nun zeitungspapierfrei

Seit 2006 ist es verboten, Lebensmittel in Zeitungspapier zu verpacken. Im Vorjahr trat diese EU-Verordnung auch für Maroniverkäufer in Kraft und sorgte für Aufregung. Seit kurzem knistert es wieder in Graz - zeitungspapierfrei.

Maroni

APA/Herbert Pfarrhofer

Für einen Viertel Kilo Kastanien zahlt man derzeit in der Grazer Innenstadt um die 3,00 Euro - Maroni gibt es ab Anfang Oktober

Wenn die heißen Kastanien aus den unbedruckten Papier-Stanitzel geholt werden, raschelt es wieder in den Straßen und Gassen der Grazer Innenstadt - aufgrund der Druckerschwärze, mit der die beliebten Maroni in Kontakt kommen würden, nun eben aber nicht mehr im Zeitungspapier.

Zweite Chance für Zeitungspapier

An die neuen Stanitzel hätten sich die Kunden schon gewöhnt, schildert Sabina Palomino - sie betreibt ihren Stand am Joanneumring seit 30 Jahren: „Verwendet wird nur das ungedruckte Papier - und das ist ein starkes Papier, das auch sehr warm hält. Wenn die Kundschaften sagen, ich will es doppelt eingepackt haben, dann gebe ich noch ein Zeitungspapier drüber.“

So macht es auch Werner Rappitsch, Maroniverkäufer am Grazer Hauptplatz: „Wir geben es außen drüber, ein paar in Reserve habe ich immer da.“ Bei Cvetka Stockingers Maronistand am Eisernen Tor gibt es kein Zeitungspapier mehr - im Vorjahr hätten die Kunden noch danach gefragt: „Ein kleiner Bub hat sogar sein eigenes, selbstgedrehtes Stanitzel mitgebracht. Aber heuer hat es aufgehört, die Leute akzeptieren es jetzt schon.“

Haben sie schon Lust auf Kastanien? Angelika Offner hat sich für Radio Steiermark in der Grazer Innenstadt umgehört

Sendungshinweis:

„Guten Morgen, Steiermark“, 26.9.2017

Urlauberanzeige als „letzter Rüttler“

Was die Umstellung auf das unbedruckte Papier betrifft, ist die Steiermark österreichweit ein Nachzügler, so Eva Winter, Leiterin des Gesundheitsamts in Graz: „Wie sich auch aus Kontakten mit anderen Städten ergibt, sind wir da eher Nachzügler - was aber nicht heißt, dass wir es dann nicht konsequent und besser machen können.“

Maronis am Ofen

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Auslöser der verstärkten Kontrollen war übrigens eine Anzeige von Urlaubern im Vorjahr: „Konkret waren das Familien aus Oberösterreich, die es gewohnt sind, die Kastanien in Linz in einem unbedruckten Papier zu bekommen und haben sich an uns gewandt. Das war sozusagen der letzte Rüttler, um hier konsequent vorzugehen.“

Der Inhalt zählt, nicht die Verpackung

Schließlich geht es um den Inhalt und nicht um die Verpackung - und der hat weniger Fett als Nüsse, ist reich an den Mineralstoffen und den Spurenelementen Kalium, Calcium, Eisen und Magnesium. Maronen enthalten darüber hinaus die Vitamine E, C, sämtliche B-Vitamine und das Provitamin A Betacarotin. Dazu kommen allerdings auch recht viele Kalorien - nämlich 192 per 100 Gramm.