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DO | 09.09.2010
Arbeitslose (Bil: APA)
Mit AMS unzufrieden
Arbeitslose gründen eigenen Verein
Jährlich nehmen Zehntausende Steirer bei der Arbeitssuche die Dienste des Arbeitsmarktservice in Anspruch. Massive Kritik am AMS kommt jetzt von einem Verein, den Arbeitslose als eine Art Selbsthilfeorganisation gegründet haben.
Verein AMSEL gegründet
Der Verein nennt sich AMSEL - dieses Kürzel steht für "Arbeitslose Menschen suchen effektive Lösungen". Den Grund für die Gründung dieses Vereins im November des Vorjahres erläutert Obfrau Margit Schaupp:
"Arbeitslose sind eben vereinzelt und müssen sich jetzt organisieren, damit sie eine Stimme haben, sich in der Öffentlichkeit präsentieren können und bei Arbeiterkammer und ÖGB auch anders auftreten können."
"Arbeitslose in sinnlose Schulungen geschickt"
Der Verein richtet auch konkrete Vorwürfe an das Arbeitsmarktservice: Das AMS würde die Arbeitslosen von oben herab behandeln und viele Arbeitslose in für sie sinnlose Schulungen schicken.
"Nur wenige Beschwerden über Schulungen"
Die stellvertretende steirische AMS-Chefin Herta Kindermann-Wlasak versucht, die Vorwürfe mit Zahlen zu entkräften:
"Wir haben im ganzen Jahr nur etwas über 60 Beschwerden aus der ganzen Steiermark über die Sinnhaftigkeit von Kursen - das ist bei 30.000 Förderfällen keine sehr hohe Zahl."
Schweigen aus Angst?
Der Verein AMSEL glaubt aber, dass sich viele Arbeitslose nicht zu protestieren trauen aus Angst, das Arbeitslosengeld zu verlieren. Vereinssprecher Wolfgang Schmidt kritisiert:
"Schon ein Erwachsener, der nicht entmündigt ist und sozusagen in eine 'Ganztagesbetreuung' geschickt wird, ohne selbst den Sinn zu sehen, ist für uns problematisch genug. Es geht darum, dass dieser Zwang von erwachsenen Menschen unserer Meinung nach nicht richtig ist."
Arbeitslosenanwalt und Existenzsicherung
Der Verein fordert unter anderem einen unabhängigen Arbeitslosenanwalt und bedingungslose Existenzsicherung für alle. Regelmäßig hält der Verein AMSEL auch Arbeitslosenstammtische in Graz ab.
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