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Graz |
11.06.2008 |
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Nervenklinik: Pflegling wurde erstickt
Ein Pflegling ist Dienstagabend in der Grazer Nervenklinik ermordet worden. Wie die Obduktion ergab, ist der 48-Jährige an einer kleinen Konservendose und einer Semmel, die ihm in den Rachen geschoben wurde, erstickt.
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Der Pfleger fand den 48-Jährigen röchelnd im Bett. |
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Mann war ans Bett geschnallt
Als der Pfleger gegen 20.00 Uhr in das Zimmer des Patienten kam, röchelte dieser nur noch. Er hatte eine halbe Semmel und eine kleine Dose Leberaufstrich im Rachen stecken.
Da der Mann an Armen und Beinen an das Bett geschnallt war, konnte er sich die Semmel und die Dose unmöglich selbst in den Mund gesteckt haben.
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Hilfe kam zu spät
Die Pfleger und Ärzte versuchten noch den Mann zu retten, für ihn kam aber jede Hilfe zu spät. Wie die Polizei feststellte, wurden die Semmel und die kleine Dose Leberaufstrich dem Mann gewaltsam in den Rachen gesteckt.
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Zehn Patienten auf der Station
Das 48-jährige Opfer war seit seiner Kindheit nach einer Gehirnhautentzündung ein Pflegefall. Er hatte sich seit 14 Tagen zur Behandlung in der Klinik befunden. Auf der Station waren noch zehn Mitpatienten, die an psychotischen Erkrankungen leiden, sich aber grundsätzlich frei zwischen den Zimmern bewegen können.
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Personal wird psychologisch betreut
Das 48-jährige Opfer teilte das Zimmer mit zwei weiteren Patienten, die aber nicht im Zimmer waren, als der Mann von dem Pfleger gefunden wurde. Auf der Station herrscht große Betroffenheit, das Pflegepersonal wird psychologisch betreut
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Der 48-Jährige war ruhig gestellt. |
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"Akute Selbstgefährdung"
Laut dem Betriebsdirektor der Landesnervenklinik Sigmund Freud, Bernhard Haas, war der Patient aufgrund akuter Selbstgefährdung ruhig gestellt worden. Dies sei mittels einer "Fünf-Punkt-Fixierung" ans Bett erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Abteilung von zwei Pflegemitarbeitern und einem Stationsarzt betreut.
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Patient war "drei bis vier Minuten" allein
Laut Haas waren die Pflegemitarbeiter "mit allgemeinen Stationsarbeiten" beschäftigt - der Patient sei "drei bis vier Minuten aus den Augen gelassen" worden. "Selbstverständlich ist der Zwischenfall ein Anlass, unsere organisatorischen Vorkehrungen kritisch zu überprüfen", so der Betriebsdirektor.
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Der Patientenanwalt fordert eine Rundumüberwachung von fixierten Patienten. |
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Patientenombudsfrau: Wo waren die Pfleger?
Für die steirische Patientenombudsfrau, Renate Skledar, stellt sich die Frage, "ob eine ausreichende Aufsicht gegeben war: Wo waren die Pfleger, und wenn sie draußen waren, dürfen sie das?" Skledar macht darauf aufmerksam, dass ein fixierter Patient ein in jeder Hinsicht schützenswerter Patient sei.
Patientenanwalt Michael Scherf fordert generell eine Rundumüberwachung von fixierten Patienten ein.
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Zu diesem tragischen Ereignis kann nicht gepostet werden.
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