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MI | 10.02.2010
Börse (Bild: EPA)
Wirtschaft
Börsenkrise: Immer mehr Steirer klagen
Durch die internationale Wirtschaftskrise haben auch viele Steirer Geld an der Börse verloren. Einige wollen Banken und Finanzdienstleister klagen, weil sie meinen, nicht ausreichend über das Risiko aufgeklärt worden zu sein.
Viele verloren an den Börsen ein Vermögen.
Anleger-Anwalt wird gestürmt
40 Prozent mehr Klienten als im Vorjahr suchen heuer die Kanzlei von Harald Christandl in Graz auf, er hat sich auf die Vertretung von Anlegern spezialisiert. Viele verloren ein kleineres, oder auch ein großes Vermögen bei teils riskanten Aktiengeschäften "Das geht von 3.000 Euro bis hin zu sieben Millionen Euro", so Christandl.
Fehlverhalten muss nachweisbar sein
In den letzten Monaten suchen drei bis vier Klienten täglich die Kanzlei auf. Zu holen gibt es allerdings nur dann etwas, wenn dem Bankberater oder Finanzdienstleister ein Fehlverhalten nachgewiesen werden kann, also der Kunde nicht ausreichend über das Risiko aufgeklärt worden ist.
"Da ist es besser, ich geh ins Casino."
Spekulieren mit Fremdkapital ist "Wahnsinn"
Das sei allerdings in der Praxis erschreckend oft der Fall, sagt Christandl. Es werde immer öfter mit Fremdkapital spekuliert: "Das ist ein völliger Wahnsinn, dass ich mir Geld ausleihe, das in hochriskante Geschäfte stecke, alles verliere, und dann muss ich noch den Kredit zurückzahlen. Da ist es besser, ich geh ins Casino."
Banken reagieren nicht
Nicht nur wegen verlorener Investments schalten viele Bankkunden den Anwalt ein. In letzter Zeit würden sich Fälle häufen, in denen Banken Kundenaufträgen nicht nachkommen, etwa bei Stornowünschen oder dem schnellen Verkauf von Wertpapieren, erklärt der Anwalt.

Die Rechtsanwaltskammer bestätigt diese Entwicklung. Dennoch gelingt laut Christandl in 90 Prozent der Fälle eine außergerichtliche Einigung.
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