Rosegger zwischen Verehrung und Vergessen

Das Land Steiermark gedenkt heuer des 100. Todestages sowie des 175. Geburtstages von Peter Rosegger - und auch mit einer neuen TV-Dokumentation, die am 17. Juni das Leben und Werk des berühmten Heimatdichters beleuchtet.

TV-Tipp:

„Peter Rosegger. Zwischen Verehrung und Vergessen“, ein „Erlebnis Österreich“ aus dem ORF-Landesstudio Steiermark, zu sehen am Sonntag, 17. Juni, um 17.30 Uhr, in ORF 2 - mehr dazu in tv.ORF.at.

Das Land Steiermark hat 2018 zum Gedenkjahr für Peter Rosegger ausgerufen: Zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Initiativen stehen 100 Jahre nach seinem Tod und 175 Jahre nach seinem Geburtstag im Zeichen des berühmten Heimatdichters.

Junges Talent

Peter Rosegger wurde 1843 auf einem Bergbauernhof in Alpl in der Obersteiermark geboren. Schon als Jugendlicher verfasste er Gedichte und gestaltete Volkskalender. Durch die Unterstützung zahlreicher Förderer wurde es ihm ermöglicht, in Graz eine Schulausbildung nachzuholen. Im Laufe seines Lebens verfasste er 55 Romane, Erzähl- und Gedichtbände.

Der Kluppeneggerhof am Alpl, Geburtsort von Peter Rosegger

ORF Schilhan

Der Kluppeneggerhof am Alpl, Geburtsort von Peter Rosegger

Seine Heimatregion machte er unter dem Namen „Waldheimat“ als Schauplatz vieler seiner Erzählungen berühmt. 34 Jahre lang gab er die Monatszeitschrift „Der Heimgarten“ heraus und kommentierte als Journalist die gesellschaftlichen Umbrüche zwischen aufkommender Industrialisierung und dem Untergang der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Peter Rosegger starb am 26. Juni 1918 in seinem Sommerhaus in Krieglach.

Peter Rosegger, Oktober 1909

Franz J. Böhm/Multimediale Sammlungen/UMJ

Peter Rosegger, Oktober 1909

Leben fernab vom „Waldbauernbuben“

Anlässlich des Gedenkjahrs gestaltete Regisseur Günter Schilhan eine neue TV-Dokumentation, die sich dem Leben und Werk des berühmten Heimatdichters abseits vom Klischee des „Waldbauernbuben“ widmet. Peter Rosegger als Schriftsteller, Journalist, Herausgeber einer Monatszeitschrift, als Begründer zahlreicher karitativer Initiativen und als Chronist einer Zeit im Umbruch steht im Mittelpunkt des Films.

Zu Wort kommen Rosegger-Experten und Nachfahren des Dichters. Die Dokumentation zeichnet den Lebensweg des Dichters nach, beleuchtet die Vereinnahmung seines Werkes unter den Nationalsozialisten und geht der Frage nach, wie der „Mythos Rosegger“ als Autor, dessen Werke heute kaum noch gelesen werden, lebendig bleiben konnte.