Der Wahnsinn des Kurt Gödel

Mit „Geister in Princeton“ von Daniel Kehlmann feiert die Grazer Schauspielhaus-Indentantin Andrea Badora den Start in die neue Saison - ein Stück über den Mathematiker Kurt Gödel zwischen Genie und Wahnsinn.

Schon etliche Bestseller stammen aus der Feder von Kehlmann, mit „Geister in Princeton“ wagt er sich erstmals auf die Theaterbühne. Darin wird auf unterschiedlichen Ebenen die Lebensgeschichte des grandiosen Mathematikers Gödel erzählt.

Sendungshinweis

„Steiermark heute“, Sendung vom 22. September 2011

Kurt Gödel, das Genie

Gödel wurde 1906 in Brünn geboren und stach bereits zu seinen Schulzeiten mit mathematischen Bestleistungen hervor. Er erhielt eine Dozentur in Wien, die er nach dem „Anschluss“ Österreichs wieder verlor. Irrtümlich für einen Juden gehalten, emigrierte Gödel nach Amerika, wo er 1940 eine Professur in Princeton erhielt.

Dort lernte er Albert Einstein kennen und leistete maßgebliche Beiträge zur Relativitätstheorie. Mit seinen revolutionären Unvollständigkeitssätzen konnte er beweisen, dass die Möglichkeit von Zeitreisen theoretisch nicht auszuschließen ist.

Szene aus "Geister in Princeton"

Lupi Spuma

Kurt Gödel, gespielt von Johannes Silberschneider

Kurt Gödel, der Wahnsinnige

Gödel war ein vielschichtiger Charakter, unter Verfolgungswahn leidend hatte er Angst, vergiftet zu werden. Zudem glaubte er nicht an die Existenz von Zeit. Kehlmann machte sich genau das für seine Inszenierung zunutze: Es reizte ihn, dass die Geister im Stück so real sind, „und das andere war, dass man, fand ich, in einem Stück sehr schön mit Zeitschleifen spielen kann, Zeitschleifen und Vervielfachungen“.

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Gleichzeitigkeit des Geschehens

Auch Regisseurin Badora war von dem szenischen Text Kehlmanns und seinen Inszenierungsvorschlägen begeistert: „Ich fand, dass der Text eine große Herausforderung ist für eine Regisseurin, aber ich habe da viel entdeckt, auf was ich jetzt richtig Lust hätte, und zwar solche Parallelitäten zu inszenieren, die Daniel Kehlmann dort vorschlägt. Keine lineare Zeitgestaltung, sondern eben Gleichzeitigkeit des Geschehens auf die Bühne zu bringen, eine Form dafür zu finden, fand ich einfach sehr spannend.“

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