Glitzer & Glamour: Das war der Grazer Tuntenball

Über 2.500 Besucher haben den Grazer Congress Samstagnacht in einen Ballsaal der Superlative verwandelt. Ganz nach dem Motto des 28. Tuntenballs strahlte in der „Night of Stars“ ein Gast heller als der andere.

Von Kiss bis Elvis, von Karl Lagerfeld bis Sisi, von Tina Turner bis Amy Winehouse: Beim diesjährigen Tuntenball wurde jeder zum Star. Dabei boten die aufwendigen, oft in mühevollster Kleinarbeit gestalteten Kostüme nicht selten so manch tiefen Einblick.

Auch auf die passende Frisur wurde großer Wert gelegt - so berichtete ein Gast zwischen dem Gang über den roten Teppich und dem Posieren vor der Fotowand von einer nahezu sechsstündigen Vorbereitung - und bleibt damit wohl kein Einzelfall.

Intoleranz wurde ausgeladen

Während es also jede Menge Platz für Kreativität, Komplimente und Spaß gab, war Intoleranz bereits im Vorfeld ausgeladen worden. Denn nicht überall geht es so bunt und friedlich zu wie in der von Moderatorin Alexandra Desmond mit Pomp und Glamour eröffneten „größten VIP-Area der Welt“ - die unter anderem mit einer in einem Käfig aufgebauten Bühne daran erinnerte.

„Jeder Tag sollte Tuntenball sein“

Moderatorin Alexandra Desmond über ihre Rolle als „Ballmutti“ und wie man jeden Tag zum Tuntenball macht.

Dass der Kampf um Gleichberechtigung noch nicht ausgefochten ist, betonte Ball-Organisator Joe Niedermayer von den RosaLila PantherInnen auch bei der Ankündigung des Preisträgers der mittlerweile dritten goldenen Panthera, die an Menschen vergeben wird, die herausragende Courage in der homo-, bi- und transsexuellen Community gezeigt haben. In diesem Jahr ging die Ehrung an Adam H., der aufgrund seiner Homosexualität aus seinem Heimatland, dem Irak, flüchten musste.

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 12.3.2017

Bunt, bunter, Tuntenball

Feierlich überreicht wurde der Preis von der Miss Tuntenball 2016 - Bubblegum Lecter - die ihr Amt 2017 an Erika Empire weitergab - das jedoch nicht ohne die Ballnacht verrucht-glamourös mit Profis der Tanzschule Conny & Dado zu eröffnen. Und Lecter sollte nicht die einzige bleiben, die den Umgang mit High Heels bis ins kleinste Detail beherrschte.

Und wenn bei dem ein oder anderen Ballgast dann schließlich doch einmal ein Stöckel abbrach, eine Naht platzte oder ein Glitzerstern verloren ging, tat dies der rauschenden Ballnacht auch keinen Abbruch - schon gar nicht bei einer eigenen Reparaturstation.

Dort wurden jedoch oft nur kurz die Füße ausgeruht, ehe man wieder zwischen Fotostation, Disco, Kammermusik- und Stefaniensaal pendelte - etwa zur Mitternachtseinlage mit großen Tönen von Louie Austen, leisen, ernsten Worten von Alfons Haider und viel umschmachteten Tanzschritten des Australiers Rhys Bobridge.

Reinerlös für den guten Zweck

So wurde auch in diesem Jahr wieder bis in die Morgenstunden miteinander gefeiert - und das für den guten Zweck: Der Reinerlös des Balls geht an die zahlreichen Projekte der RosaLila PantherInnen. Geld, das auch weiterhin das Betreiben von Aufklärungsworkshops und die Unterstützung von Beratungseinrichtungen ermöglichen wird.

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