Frühling mit Bärlauch und Drehorgel

Natur und Gesundheit stehen in Bad Radkersburg im Vordergrund. Egal, ob in der Therme, in den Murauen oder bei den Wiesenkräutern: Im Frühjahr geht es um Erneuerung.

Sendungshinweis:

„Frühlingserwachen“, 22.3.2019

Jeden Freitag im März ist Radio Steiermark von 12.00 bis 15.00 Uhr in einer anderen Region der Steiermark unterwegs.

Untrennbar mit der Stadt Bad Radkersburg verbunden ist die Parktherme. Egal, ob die Frühlingstage warm sind oder sich die Sonne nicht blicken lässt: Das Sportbecken hat immer 25 Grad Wassertemperatur. „Das ist sehr einladend, um sich frühlingsfit zu machen“, sagt Stefanie Schmid, Bereichsleiterin für die Therme.

Wellness für die Organe

Frühling heißt aber nicht nur die Muskeln auf Vordermann zu bringen - zum Beispiel im „Vitamed“-Gesundheitszentrum beim Faszientraining -, sondern auch die Organe zu entlasten. „Bei der Entschlackung wird die Leber gereinigt, entspannt und auf das Jahr vorbereitet“, erklärt Diätologin Karin Mayer. Es gehe dabei nicht ums Abnehmen, sondern darum, die inneren Organe ruhen zu lassen und „schlechte Stoffe“ aus dem Körper zu bringen.

Faszien-Fitness im Thermalwasser der Parktherme Bad Radkersburg
Parktherme Bad Radkersburg / Harald Eisenberger
Faszien-Fitness in der Parktherme Bad Radkersburg

Vor allem grünes Gemüse und frische Kräuter empfiehlt die Diätologin, aber auch scharfes Gemüse wie Radieschen, Rettich oder Kohlrabi seien gut zum Entschlacken.

Grün, unscheinbar, aber schmackhaft

Auch grün, aber viel unscheinbarer ist das kulinarische Aushängeschild der Region Bad Radkersburg: Der Bärlauch ist typisch für die Murauen und dort sehr häufig zu finden. Matthias Batruel von der Steak Hütte in Fluttendorf kombiniert den Bärlauch mit einem schönen Stück Rindfleisch - das Rezept finden Sie hier.

Vorsicht beim Bärlauch!
Beim Bärlauch muss man aber aufpassen, da er sehr leicht verwechselt werden kann. Am gefährlichsten ist hier die Herbstzeitlose, deren Gift die Leber zerfrisst und wo es kein Gegengift gibt. Die Maiglöckchen sind zwar nicht ganz so giftig, doch wenn man zu viele Blätter erwischt, könne man auch daran sterben.

Den Bärlauch am Geruch zu erkennen, sei kein verlässlicher Weg: „Wenn man einmal einen Bärlauch gepflückt hat, riecht alles danach und man den Geruch nicht mehr unterschieden“, so Andreas Breuss.

Vom Krokus bis zum Schneeglöckchen

Doch nicht nur das grüne Blatt wächst in den Murauen, dem größten Auwald Österreichs. „Wir haben eine Menge an Frühblühern, die jetzt mitten im Blühen sind“, sagt Andreas Breuss, Biologe und Naturschutzbeauftragter der Murauen - vor allem Schneeglöckchen, „die wir wirklich bodendeckend an manchen Bereichen in der Au haben“. Außerdem zieren Krokusse, Leber- und Lungenblümchen und das Scharbockskraut den Boden.

Doch auch im Frühling ist in den Murauen nicht alles eitle Wonne: Probleme machen das Eschensterben und die pflanzlichen Einwanderer, die sogenannten Neophyten. „In den nächsten zehn Jahren kann man prognostizieren, dass es 80 Prozent der Eschen nicht mehr geben wird“, so Breuss. Weniger Probleme machen ausnahmsweise die Menschen. „Der Tourismus stört die Natur nur relativ wenig“, meint Breuss, allerdings nur, wenn man ihn rechtzeitig in geregelte Bahnen lenkt.

Murauen
Stadtgemeinde Mureck
Die Murauen bei Mureck

Im Garten der Natur

Auch wenn der Bärlauch wohl das prominenteste Gewächs im Auwald ist, die Zahl der Wildkräuter in der Region ist nicht zu unterschätzen: „Wenn ich mich mit einem Bestimmungsbuch hinsetze und mir einen Quadratmeter vornehme, dann sitze ich einen halben Tag, ohne dass ich mich weiterbewege, weil es nebeneinander so viel gibt“, sagt Doris Maier, Kräuterpädagogin aus Misseldorf - sie bietet Kräuterwanderungen und -kurse an.

Alle Freiheiten

Wem Kräuter nicht genug Natur sind, der quartiert sich am Campingplatz der Parktherme ein. Über 600.000 Nächtigungen verzeichnet die Tourismusregion rund um Bad Radkersburg pro Jahr, immerhin gut 20.000 bringen ihr eigenes Hotelzimmer mit. Seit 1. März ist der Campingplatz geöffnet. Herr über die Zelte, Wohnwagen und Mobilehomes ist Peter Weberitsch: „Unser Motto ist ‚Freiheit erleben‘, und die Camper haben alle Freiheiten, die man sich wünschen kann.“ Geöffnet hat der Campingplatz bis Mitte Dezember.

Zwischen Bad Radkersburg und Burj Khalifa

Einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt ist zweifellos Fritz Gombocz - auch deshalb, weil man ihn kaum überhören kann: Gombocz ist der Radkersburger Werkelmann. Mit seinen fünf Drehorgeln spielt er aber nicht nur dort - mit seinem Instrument ist Gombocz bereits nach Italien oder Frankreich, in die USA oder die Vereinigten Arabischen Emirate gereist. Dort wollte er am Burj Khalifa, dem höchsten Wolkenkratzer der Welt spielen - das war nicht erlaubt: „Schade eigentlich“, meint Gombocz.

Fritz Gombocz
TV Region Bad Radkersburg
Fritz Gombocz

Töpfern als Meditation

Eine von drei Experten für den „guten Ton“ in der Altstadt von Bad Radkersburg ist auch Renate Mehlmaurer - allerdings auf andere Weise: Sie hat ihre Berufung als Keramikerin und Hafnermeisterin gefunden. Sie macht Schalen und Schüsseln, Teller und Tassen, Weinkühler und die passenden Krüge dazu. Ihr Favorit ist aber die Brotdose: „Den Deckel kann man gleich als Schneidebrett verwenden und das Brot mit dem Brett servieren“, erklärt Mehlmaurer ihr Produkt.

Renate Mehlmaurer
Renate Mehlmaurer
Renate Mehlmaurer

Ihr 50 Quadratmeter großes Atelier ist hauptsächlich Ausstellungs- und Verkaufsraum, trotzdem darf eine Töpferscheibe nicht fehlen. Als Mehlmaurer anfangs noch alleine an ihren Stücken arbeitete, sei das für sie eine Art Meditation gewesen.

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