„Anders denken“ – Cover
Droschl Literaturverlag
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„Kultur-Balkon“

Reinhard P. Grubers Appell gegen Denkverbote

Sein Dichterblut war nie ein Himbeersaft. Reinhard P. Grubers jüngstes Buch „Anders denken“ ist ein druckfrischer Appell, die Welt neu zu erfinden – zumindest in Gedanken. Sein Ziel: mehr Menschlichkeit und Zusammenhalt.

„Diese Vernunft, die uns dazu geführt hat, wie wir heute aussehen, muss einmal aufs Radikalste bekämpft werden. Eine Wende muss her: eine Ab-Wendung“, schreibt Reinhard P. Gruber in „Anders denken“.

„Anders denken“ – Cover
Droschl Literaturverlag

Es ist ein streitbares Plädoyer für den Zweifel, für das kritische Denken, verfasst auf 100 Seiten. Gruber stellt darin unter anderem unser Wirtschafts- und Arbeitsleben nicht nur infrage, sondern auf den Kopf: „Ich hab mich gefragt, ob vielleicht das Denken, ob die Denkverbote hinterfragt werden sollten, und ob man damit nicht vielleicht auch zu neuen Ergebnissen kommen könnte.“

„Ein Leben lang versklavt“

Nichts hinnehmen, alles hinterfragen, ruft er zum Skeptizismus auf. Maschinen an die Arbeit, ein arbeitsfreies Grundeinkommen, Rückbesinnung auf ein buchstäblich einfaches Leben, wertschätzend für Natur und Mensch sind nur einige seiner Gedanken, die am Credo des ständigen Wirtschaftswachstums kratzen.

Reinhard P. Gruber
ORF
Reinhard P. Gruber

„Arbeit muss sein, steht schon in der Bibel usw., ich sag’ Nein, das ist ein Denkverbot, und ich bin gegen jedes Denkverbot und denke darüber nach: Warum muss ich arbeiten, warum muss das so sein, dass ich mein ganzes Leben lang versklavt werde durch eine Tätigkeit, die ich gar nicht machen will.“

„System der Systemlosigkeit“

Denkt Gruber weiter, sei auch jedes System entbehrlich: „Das ist dann das System der Systemlosigkeit. Besser ist es doch darüber nachzudenken, was zu diesen Systemen geführt hat, nämlich die Sehnsucht nach Ordnung.“

Der „Kultur-Balkon“ mit Reinhard P. Gruber

Sein Dichterblut war nie ein Himbeersaft. Reinhard P. Grubers jüngstes Buch „Anders Denken“ ist ein druckfrischer Appell, die Welt neu zu erfinden – zumindest in Gedanken. Sein Ziel: mehr Menschlichkeit und Zusammenhalt.

Zur Ordnung kommt die Gier, so Gruber: „Das ist das System Egoismus, also, ich muss schauen, dass es mir besser geht.“ Nach der CoV-Krise Weitermachen wie bisher?

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 29.4.2020

„Vor uns stehen die Alternativen“

Anfang Februar hat der Autor seine Streitschrift begonnen, im März wurde sein Denken von der Realität eingeholt, eine darniederliegende Wirtschaft und unzählige Menschen arbeitslos, nicht arbeitsfrei. Seine Einladung, Mitstreiter im Geiste zu finden, ist aber ungebrochen: „Ich fürchte, dass diese Solidarität nicht lange dauern wird. Es wird jetzt wieder alles hochgefahren, die Wirtschaft wird hochgefahren, die Gesellschaften werden hochgefahren und das bedeutet aber etwas sehr Schlimmes, man will so weitermachen wie bisher. Ich hoffe ein paar Leute zu stimulieren, mit mir anders zu denken zu beginnen“. Denn, ist Gruber überzeugt: „Vor uns stehen die Alternativen, nie hinter uns“.