Oststeirische Römerweinstraße
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„Daheim is’ fein“

Geschichte, Kultur und Kulinarik an einer Straße

An der Oststeirischen Römerweinstraße sind historische, kulturelle und kulinarische Highlights wie Perlen an einer Kette aufgereit. Und egal, ob auf Schusters Rappen, zwei oder vier Rädern: Man merkt den Unterschied zu anderen Weinstraßen sofort.

Die Weinbaumeisterin Maria Seyfried schwärmt von der historischen Weinstraße: „Die Römerweinstraße ist die längste zusammenhängende Weinstraße Österreichs. Auf ihrem Verlauf von Gleisdorf über das Apfelland, Hartberg bis Bad Waltersdorf kommt man als Wanderer, Rad- oder Autofahrer an Seen, Sehenswürdigkeiten, vielen Buschenschenken und Gastwirtschaften vorbei und genießt die vielfältige Kultur und Geschichte der einst von Kelten und Römern besiedelten Oststeiermark.“

Oststeirische Römerweinstraße
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Erich Fuchs im Gespräch mit Maria Seyfried

Die Römer ließen schon vor 2.000 Jahren auf den sanften Hügeln der Oststeiermark Wein gedeihen, der heute aber wohl niemandem mehr schmecken würde, vermutet Weinbauer Raphael Maurer: „Der Wein der Römer war sehr säurebetont. Zwischen der Qualität von damals und heute liegen Welten dazwischen.“

Sendungshinweis:

„Der Tag in der Steiermark“, 17.6.2020

Vor den Römern waren die Kelten

Weiter geht es zu den Ureinwohnern der Oststeiermark auf den magischen Kulm: Diese Anderswelt der Kelten hat Historiker Titus Lantos in Form eines Freilichtmuseums rekonstruiert. Wie erfinderisch der Urmensch der Steiermark vor 3.000 Jahren war, wird im Keltendorf beeindruckend gezeigt: „Wenn man sich vorstellt, dass die Kelten vor so vielen Jahren die Sense erfunden haben, ebenso die Pflugschar, aber auch das erste Bier gebraut und in Bierfässern abgefüllt haben, dann steckt da einiges beim Urvolk der Steiermark dahinter“.

Oststeirische Römerweinstraße
Oststeiermark Tourismus
Das Keltendorf am Kulm

Nicht genug der Höhenluft am Kulm wartet in Pischelsdorf der nächste Höhenrausch: Über die Himmelstreppe der majestätischen Kirche geht es auf gezählten 264 Stufen den Turm hinauf, der mit jedem Glockenschlag ins Schwanken kommt – der Puls steigt, bis endlich die himmlische Aussichtsplattform erreicht ist, und ähnlich wie beim Bergsteigen erfahren die Treppensteiger hier ein Glücksgefühl, wenn sie in 40 Metern Höhe die herrliche Aussicht über die Oststeiermark genießen.

Ein See, fünf Schlösser und unzählige Tiere

Am höchsten Aussichtskirchturm ist man dem Himmel so nah und hat den besten Überblick auf die Römerweinstraße, die auch an der Tierwelt Herberstein und am Stubenbergsee vorbeiführt: Seit fast 50 Jahren hat sich der wärmste See der Steiermark zum Besuchermagnet entwickelt, der gerade heuer von vielen Gästen wiederentdeckt wird, weiß der Bürgermeister des Seeortes, Alexander Allmer, zu berichten: "Im Sommer ist der Badetourismus maßgeblich, doch das ganze Jahr über sind immer mehr Läufer, Radfahrer und Sportler hier, die im und rund um den See Ruhe und Erholung finden und ihrem Hobby am Stubenbergsee nachgehen. Aber es gibt auch aus historischer und kulturellen Sicht einiges in Stubenberg zu entdecken: Es keine zweite Gemeinde in Österreich, die fünf Schlösser im Gemeindegebiet zur Besichtigung anzubieten hat.“

Stubenbergsee
Stubenbergsee
Der Stubenbergsee

Da gibt es viel zu entdecken, speziell wildromantische Platzerl für genussvolles Picknicken, das im Garten Österreichs offiziell erlaubt und sehr erwünscht ist. Alles, was es dazu braucht, wird von Melanie Koch vom Oststeiermark-Tourismus organisiert: „Ja richtig mit Picknickkorb und Rucksack. Es gibt die unterschiedlichsten Formen, im Weingarten oder im Heißluftballon. Einfach stehen bleiben, ein schönes Platzerl auf der größten Picknickwiese Österreichs suchen und die Natur und Kulinarik genießen – das ist die Sommerfrische auf oststeirischen Römerweinstraße.“