Rodelbauer Franz Leitner
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Der Letzte in der Zunft der Rodelbauer

Der Obersteirer Franz Leitner ist steiermarkweit der Einzige, der Holzschlitten noch nach alter Tradition und in Handarbeit herstellt. In seiner Werkstatt hat er schon hunderte Rodeln gefertigt.

Schon als Jugendlicher rodelte Franz Leitner aus Pöllau am Greim im Bezirk Murau gerne, und seit geraumer Zeit baut er die schnittigen Gefährte selbst in seiner Werkstatt, wo nach alter Tradition alles von Hand gemacht ist.

Vom richtigen Holz und den Tücken beim Verleimen

Dem Holz schenkt der gelernte Tischler dabei besonderes Augenmerk: „Das Um und Auf von einer guten Rodel ist einmal das Holz. Feingewachsene heimische Esche ist einfach zäh beim Verleimen – sie kann sich nachher nicht verziehen.“

Rodelbauer Franz Leitner
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Der Leim schenkt dem Holz die nötige Feuchtigkeit und macht es biegsam, so dass behutsam die verleimten Holzteile in Form gebracht werden können: „Das Heikelste ist eigentlich das Verleimen vom Herzstück der Rodel, von der Kufe, weil wenn das Holz auch feingewachsen ist, es kann immer wieder passieren, dass es bricht.“ Nach dem Trocknen wird geschnitten und gehobelt, und es werden die Löcher für den Aufbau eingefräst. Beim Zusammenbau zeigt sich schließlich, wie genau bei jedem einzelnen Arbeitsschritt gearbeitet wurde.

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 13.1.2021

„Eine Rodel muss wackeln“

Mit Freude am Handwerk und geschickten Händen hat Franz Leitner in den letzten Jahren schon einige hundert, ganz verschiedene Rodeln gebaut – etwa Familienschlitten, die mit Gurten bespannt werden, aber auch sportliche Rodeln mit Planensitz, auf denen man beim Rodeln fast liegt.

Alle Rodeln werden nach Vorbestellung angefertigt und müssen laut Leitner vor allem eine Eigenschaft haben: „Eine Rodel muss wackeln, weil wenn sie wackelt, dann kommt man viel sicherer um die Kurven bei der Gewichtsverlagerung, und es ist dann alles viel leichter.“

Rodelbauer Franz Leitner
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Der obersteirische Rodelbauer verbringt zwar viele Stunden in seiner Werkstatt, manchmal nimmt er sich aber auch die Zeit, um seine Rodeln selbst zu testen. Rasant geht es dann – wie früher in Jugendzeiten – den Berg hinab, können die Rodeln von Franz Leitner doch immerhin bis zu 70 km/h schnell werden.