Kaffeebohnen
„Kleine Bohne"/Facebook
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Kulinarium

Die Kaffeebauern aus Pöllauberg

Nadia und Hans-Peter Klein wohnen in Pöllauberg – und sind Kaffeebauern. Das Ehepaar betreib in Honduras eine eigene Bio-Kaffee-Plantage, deren Ernte sie dann in der Steiermark zu steirisch-honduranischen Hochland-Arabica-Kaffee rösten.

In der Ortschaft El Paraiso (Das Paradies) in Honduras – etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Tegucigalpa entfernt – wachsen auf 1.500 Seehöhe die mittlerweile rund 3.000 Bio-Kaffeesträucher der Familie Klein – nicht in einer Monokultur, sondern gemeinsam mit vielen anderen Bäumen und Sträuchern.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen, Steiermark“, 22.1.2021

Mischkultur als Bereicherung für Qualität

„Der Kaffee an sich ist ein Schattengewächs, und er braucht eigentlich den Schatten. Das heißt bei großen Plantagen, wo es oft so ist das gerodet wird, haben sie teilweise sogar Probleme, weil die Sonne den Kaffeepflanzen nicht guttut. Das heißt, es ist eigentlich eine Win-Win-Situation: Zum einen erhält man die Natur, und zum anderen hat man ein besseres Produkt am Ende.“ Denn feine Gaumen würden die Note der Zitronenbäume, die zwischen den Kaffeesträuchern wachsen, schmecken, so Hans-Peter Klein.

Geerntet wird der Kaffee von Hand. Da die sogenannten Kaffeekirschen nicht auf einmal reif werden, muss man den Strauch dreimal abernten, um eine hohe Qualität zu erlangen, so Klein – für diese Arbeit werden zumeist alleinstehende Frauen engagiert, die oft mehrere Kinder haben und für diese allein aufkommen müssen.

Mit dem Segelboot nach Österreich

Rund eine Tonne Rohkaffee wirft die steirisch-honduranische Plantage ab. „Das hört sich zwar viel an, ist aber in der Kaffeewelt eigentlich nichts. Ich habe in Hamburg und Deutschland umhertelefoniert, um Transportmöglichkeiten zu finden – nur unter 100 Tonnen redet eigentlich keiner wirklich mit einem.“ Die ersten 14 Säcke seien schlussendlich via Segeltransport nach Österreich gekommen.

Noch ist der Kaffee aus Pöllauberg so etwas wie ein Liebhaberprojekt von Nadia und Hans-Peter Klein. Verkauft wird er derzeit noch über die eigene Homepage, ab Hof sowie beim Lebensmittelhändler im Ort – mittelfristig will Familie Klein aber die Plantage erweitern: „Der Traum wäre, dass man es irgendwie schafft, dass man dem Winter in Österreich entgehen kann und einen Teil des Jahres in Honduras lebt und dann mit der frischen Kaffeeernte zurück nach Österreich kommt.“