„Ois offn“
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Kultur

„Ois offn“ im Schauspielhaus

Seit Monaten haben Theaterhäuser geschlossen – viele sehnen sich wieder nach Live-Kultur-Erlebnissen. Im Grazer Schauspielhaus kreierte nun der Musiker und Regisseur Sandy Lopicic einen Theaterabend, in dem sich alles um die Kraft der Musik dreht.

Es ist die Sehnsucht nach Normalität, die in „Ois offn“ mitschwingt. Zwölf Darsteller treffen hier in einem seltsam zeitlosen Raum aufeinander: Bunt zusammengewürfelt versuchen sie, das Beste aus der Situation zu machen und beginnen zu singen. „Wir hatten zwölf Bühnenpersonen, die ein Stück suchen, oder erfinden und ein bisschen auch aus den eigenen Sehnsüchten heraus suchen. Dann habe ich diese Eindrücke gesammelt, die Themen, die Sehnsüchte, Ängste und Vorlieben – und versucht einen Abend zu basteln, der keine fixe Handlung hat, aber ein starkes Setting“, erzählt Musiker und Regisseur Sandy Lopicic.

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Kleines Demokratie-Projekt

So entstand ein Raum mit vielen Möglichkeiten und ein kleines Demokratie-Projekt, denn jeder durfte seine Stimme erheben, meint Schauspielerin Susanne Konstanze Weber: „Wenn Menschen zusammen singen: Da hat jeder seine Stimme und da braucht auch jeder seinen Raum. Manchmal muss man sich ein bisschen zurücknehmen, dann muss man wieder ein bisschen zuhören und den anderen featuren und ich sehe da tatsächlich auch als Bild für Gesellschaft. Der Anspruch war immer: Wenn wir das im Kleinen hinkriegen, kann das auch im Großen klappen. Ich glaube schon, dass die Welt gerade so eine Gratwanderung macht – und die Frage ist, geht es rechts oder links runter.“

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Sendungshinweis:

„Radio Steiermark Ferienzeit“, 12.2.2021

Aber zumindest auf der Bühne ist hier „ois offn“. Theater lebt vom gemeinsamen Erlebnis und das war auch für die Darsteller enorm wichtig, betont Sandy Lopicic – über Wochen wurde zu zwölft geprobt: „Das war natürlich mehr als heilsam. Egal wen du aus der Produktion fragst, war das glaube ich unglaublich therapeutisch.“

Warten auf das Publikum

Für die perfekte Bühnen-Magie fehlt aber noch eine Zutat: das Publikum, meint Susanne Konstanze Weber: „Es gibt eine unendliche Vorfreude auf die Leute. Die werden wieder kommen und wir freuen uns da wahnsinnig drauf. Ohne die Menschen, denen wir unsere Geschichten erzählen, geht das einfach nicht.“ „Ois Offn“ am Grazer Schauspielhaus – das ist eine lustvolle Ode an das Theater und die Lebensfreude.