Kellerstöckl prägen das Landschaftsbild in der Weststeiermark. Sie wurden einst landwirtschaftlich als kleine Wirtschaftsgebäude mit einem Jausen- und einem Pressraum genutzt; in den vergangenen Jahrzehnten hatten sie zumeist ausgedient und waren dem Verfall preisgegeben, bevor man ihnen wieder neues Leben einhauchte.


Schonend in die Jetztzeit gebracht
„Es ist ein sehr altes bäuerliches Gebäude aus dem Jahr 1859. Es war baufällig. Wir haben es mit sehr viel Liebe und jahrelanger Handarbeit revitalisiert“, sagt Holzbaumeister Manfred Schranger.
Sendungshinweis:
„Steiermark heute“, 22.11.2021
Mit traditionellen Materialien wie etwa alten Dachziegeln und restaurierten Elementen wurde das baufällige Gebäude schonend revitalisiert. Dass es seine Ursprünglichkeit nicht einbüßen musste, ist der hoher Handwerkskunst und alten Techniken zu verdanken. „Alte Bausubstanzen, die wir revitalisieren, da kann man keine CNC-Maschine anlegen. Die Teile sind verformt, von der Sonne verbrannt, verdreht“, so Schranger.


„Liebe auf den ersten Blick“
Verborgene Schönheit, die es zu erhalten gilt, wie auch bei einem anderen 300 Jahre alten Kellerstöckl, das behutsam aus seinem Dornröschenschlaf geweckt wurde. „Es war Liebe auf den ersten Blick. Wir haben das Potenzial sehr rasch erkannt. Es ist ein Perle für uns geworden“, so Kellerstöckl-Besitzerin Karoline Klampfl.
„Wir haben die Grundsubstanz der alten Scheune als Zubau revitalisiert. Wir haben auch die alte Wand sichtbar gelassen“, so Architektin Nina Kuess.

Boden retten
Und so darf auch das kleine Fenster von anno dazumal weiterleben, wie auch weitere alte Kostbarkeiten. „Wir haben die Grundeinstellung, alte Gebäude wieder aufleben zu lassen, um nicht weitere Bodenfläche zu versiegeln. Es ist ein ganz anderes Lebensgefühl da drinnen“, so Schranger.