Schwanda
Oper Graz/Werner Kmetitsch
Oper Graz/Werner Kmetitsch
Kultur

Frisches Leben für seltene Märchenoper

In den 1920er-Jahren war sie ein Hit auf deutschen Bühnen, seither ist sie praktisch von den Spielplänen verschwunden: „Schwanda, der Dudelsackpfeifer“. Die Grazer Oper hauchte der Märchenoper nun frisches Leben ein.

In Tschechien kennt jedes Kind das Märchen vom Bauern Schwanda und seinen Abenteuern: Vom heimatlichen Bauernhof ins Reich der Eiskönigin, in die Hölle und retour – es ist eine schrill-bunte Reise, zu der der Dudelsack-Pfeifer aufbricht.

Schwanda
Oper Graz/Werner Kmetitsch

Jaromir Weinberger schrieb die Oper 1927 und feierte damit im deutschen Sprachraum große Erfolge. Nach dem Einzug der Nationalsozialisten und Weinbergers Emigration geriet sie in Vergessenheit. Mit „Schwanda“ hat er eine farben-prächtige Musik-Collage mit vielen Einflüssen geschaffen, sagt der musikalische Leiter Robert Jindra: „Man fühlt viele Möglichkeiten von Wagner, Regel, Janacek hört man sehr oft. Ich finde diese Collage sehr interessant für das Publikum, das Stück läuft, und die Geschichte ist lustig.“

Sendungshinweis:

„Steiermark heute“, 31.12.2021

Revuehaft inszeniert

So verführt der gewitzte Räuber Babinsky den naiven Schwanda dazu, Frau und Hof zu verlassen und ihm ins Reich der Märchen zu folgen. Als schmieriger Schlagerstar tritt Babinsky in der revuehaften Inszenierung von Dirk Schmeding auf – eine schillernde Figur, der auch stimmlich einiges abverlangt wird: „Ich würde behaupten, es geht in Richtung Richard Wagner, Richard Strauss. Aber man muss auch ein Spieltalent mitbringen, sehr viel Komödiantisches“, sagt Matthias Koziorowski, der den Babinsky gibt.

Schwanda
Oper Graz/Werner Kmetitsch

Vom herz-erwärmenden Pinguin-Ballett bis zum höllischen Aufguss beim Teufel: „Schwanda, der Dudelsack-Pfeifer“ ist eine humorvolle und verspielte Reise ins Reich der Märchen, eingebettet in wunderschöne Melodien.