Schlittschuhspuren
APA/dpa/Ingo Wagner
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Ein Buch über freundschaftliche Haftung

„Nichts für schwache Nerven und alles für brennende Herzen“: So kündigt der Verlag „Die Eistaucher“ von Kaska Bryla an. Der Roman erzählt von Jugendlichen, die in ein Verbrechen geraten, das ihr Leben für immer verändert.

Iga, die Skaterin, die schöne Jess und der pummelige Ras sind AußenseiterInnen in ihrer Schulklasse, doch gemeinsam bilden sie eine verschworene Gruppe, die unzertrennlichen „Eistaucher“.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen, Steiermark“, 22.5.2022

„Menschen mit speziellen Merkmalen“

Ganz normale Jugendliche, die Kaska Bryla gar nicht so sehr als Außenseiter bezeichnen will, sondern als Menschen mit speziellen Merkmalen: „Iga und Ras haben beide einen Migrationshintergrund, Jess kommt ursprünglich aus eher ärmlichen Verhältnissen, und sie finden im Kontext einer katholischen Privatschule zueinander – trotz oder vielleicht auch wegen dieser Unterschiede, oder vielleicht auch wegen dieser besonderen Merkmale haben sie ein speziell ausgereiftes Verständnis von Gerechtigkeit, das durch die Gruppe zusätzlich geschürt wird.“

„Die Eistaucher“ – Cover
Residenz-Verlag

Als die Jugendlichen eines Nachts Zeugen eines brutalen polizeilichen Übergriffs werden und diese Schandtat folgenlos bleibt, beschließen sie, das Recht selbst in die Hand zu nehmen. 20 Jahre später taucht dann aber ein geheimnisvoller Fremder auf, der von der damaligen Rache zu wissen scheint und das prekäre Gleichgewicht gefährdet.

Immer neue Perspektiven

Kaska Bryla verwebt Gegenwart und Vergangenheit, Realistisches und Mystisches und wechselt immer wieder die Perspektiven: „Ich fand es ja interessant, was passiert im Laufe des Lebens mit Dingen, die wir erleben, wenn wir jung sind, die dramatisch sind. Zu dem Zeitpunkt haben wir ja gar nicht so viel Werkzeug, sie zu verarbeiten, aber trotzdem tragen wir sie dann in unserem Leben mit, und irgendwann kommt dann ein Zeitpunkt, wo sie virulent werden, wo irgendetwas passiert – und es passiert ja auch etwas, diese Erinnerungsschleife wird getriggert durch jemanden, der aus der Vergangenheit kommt.“

Eine weitere Ebene in „Die Eistaucher“ ist schließlich auch, dass lesbische und schwule Liebe als selbstverständlich beschrieben wird und nicht als Außergewöhnliches. Gekonnt verwebt Kaska Bryla so eine Geschichte über die Ursachen von Radikalisierung mit einem Plädoyer für Solidarität und Liebe.