Neues Trainingszentrum für Pflegende eröffnet

Rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen in der Steiermark werden zuhause gepflegt. Um ihre Angehörigen zu unterstützen, wurde am Donnerstag ein neues Schulungszentrum der Geriatrischen Gesundheitszentren in Graz eröffnet.

Für Betroffene:

Den Informationsfolder des Trainingszentrums mit Hinweisen zu Kursen und Anmeldung finden Sie hier:

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Pflegende Angehörige gehören zur am stärksten belasteten Bevölkerungsgruppe, bringt es Gerd Hartinger, Geschäftsführer der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz, auf den Punkt: „Was wir hier vorhaben, ist es ein einzigartiges Entlastungsangebot für pflegende Angehörigen zu schaffen. Wir entsprechen hier den steirischen Gesundheitszielen, das heißt ‚mobil vor stationär‘.“ Im GGZ in der Albert-Schweitzer-Gasse werden ab sofort fünf Schulungsmodule für pflegende Angehörige angeboten, so Projektleiterin Lisa Weidinger.

Vom Kommunikations- bis zum Badetraining

In der ersten Schulung wird Basiswissen zum Thema häusliche Pflege vermittelt, in den anderen vier Kursen wird praxisorientiert geübt: „Zum Thema Umgang mit Demenz, mit Gesprächstraining. Der zweite Kurs beschäftigt sich mit dem Thema Sturzprävention zuhause, dass man zum Beispiel Stolperfallen schnell erkennt und aus dem Weg räumen kann. Die dritte Schulung ist zum Thema Bewegen und Positionieren. Das heißt, wie führe ich einen Transfer vom Bett in den Rollstuhl durch, dass es für mich rückenschonend ist. Die letzte Schulung ist zum Thema Körperpflege. Hier kann man erlernen, wie man eine Teilkörper- oder Ganzkörperwaschung im Bett oder in der Dusche durchführt.“

GGZ-Trainingszentrum

ORF

Im Trainingszentrum werden Angehörige von Experten geschult

Um die Pflegesituation realitätsecht nachzustellen wird in einer original nachgebauten, altersgerechten und barrierefreien Musterwohnung an Puppen, aber auch an echten Menschen geübt. Auch Schauspieler verkörpern die Pflegebedürftigen, erklärt Lisa Weidinger: „Wir planen es deshalb mit Schauspielern, weil wir wirklich Situationen nachspielen wollen, in denen die pflegenden Angehörigen gefordert sind, das zu üben und zu trainieren, um die Situationen zuhause gut anwenden zu können.“

Videoübertragungen und Nachbesprechungen

Die nachgespielte Kurssituation wird von den anderen Kursteilnehmern per Video mitverfolgt, danach werden die Situationen gemeinsam besprochen, um daraus zu lernen. Die Kurse werden jeweils ab 17.00 Uhr angeboten, pro Kurs werden zwischen acht und zehn Teilnehmer sein.

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