Kindergärten: Weniger Geld vom Bund

30 Millionen Euro weniger als bisher sollen Kindergärten künftig vom Bund bekommen. Das gehe zu Lasten der Familien, vor allem der Kinder, kritisieren steirische Pädagogen. Und sie fürchten um schlechtere Arbeitsbedingen.

Für die Kinderbetreuung will die Regierung den Ländern und Gemeinden künftig nur mehr 110 statt - wie bisher - 140 Millionen Euro pro Jahr zahlen. Das stößt auf massive Kritik nicht nur der politischen Gegner auch in der Steiermark. Auch die betroffenen Kindergartenpädagogen fürchten deutliche Verschlechterungen für ihre Arbeitsbedingungen, aber auch für die Kinder und deren Eltern.

Mehr Kinder, weniger Zeit

Steirische Kindergartenpädagogen sprechen daher von massiven Verschlechterungen, die ins Haus stehen. Heidelinde Fürntrath ist Frühpädagogin in Volkshilfe-Kinderkrippe in Feldbach. „Weniger Geld, mehr Zeit - das läuft natürlich darauf raus, dass die Qualität der Betreuung sinkt. Weil die Leute teilweise jetzt schon am Limit sind, und wo wird gespart werden: beim Personal klarerweise. Das heißt, noch weniger Personal und vielleicht noch mehr die Kinder, und dann wird’s ganz dramatisch.“

Und das gehe auf Kosten der Kinder, so Fürntrath: „Das bedeutet, dass man noch weniger auf die Kinder eingehen kann, dass da wirklich eklatante Mangelerscheinungen sind. Die Kinder noch dazu wahrscheinlich länger in den Einrichtungen sein müssen, weil die Eltern länger arbeiten müssen. Das geht wirklich zu Lasten der Kinder“.

Kritik an den Öffnungszeiten

Derzeit hat fast die Hälfte der steirischen Kindergärten - konkret sind es 46 Prozent - weniger als 8 Stunden geöffnet, 48 Prozent schließen um 14 Uhr. Dazu kommen Schließtage, 21 sind es in der Steiermark pro Jahr. An den Öffnungszeiten machen auch SPÖ und NEOS ihre Kritik fest. Bildungslandesrätin Ursula Lackner von der SPÖ, sagt, ein Zwölfstundentag müsste eigentlich eine Ausweitung der Öffnungszeiten zur Folge haben, allerdings dürfte der Bund die Kosten dafür nicht den Gemeinden und Ländern umhängen.

Familienministerin mit Quote zufrieden

Familienministerin Juliane Bogner-Strauß von der ÖVP sagt, sie habe mit den 110 Millionen Euro mehr als die ursprünglich im Budget fixierten 90 Millionen ausgehandelt, trotzdem gibt es jetzt um 30 Millionen weniger als bisher für die Kinderbetreuungseinrichtungen. Sie argumentiert die gesenkten Mittel wiederum mit einer Quote - der Betreuungsquote für die Über-Dreijährigen nämlich, die sei ohnehin schon hoch. Im Österreichschnitt gehen fast 94 Prozent der Überdreijährigen in Betreuungseinrichtungen, in der Steiermark sind es nur 88 Prozent.