Pflegeeinrichtungen für Mobilität ausgezeichnet

Im Alter so lange wie möglich selbstständig und mobil bleiben – diesem Ziel verpflichten sich jetzt immer mehr steirische Pflegeeinrichtungen. Diese werden mit dem Gütesiegel „Mobilität fördern“ ausgezeichnet.

Vor kurzem wurden elf Einrichtungen des betreuten Wohnens in der Obersteiermark mit dem Gütesiegel „Mobilität fördern“ ausgezeichnet. Vergeben wird das Gütesiegel von Styria vitalis.

Alltagsfunktionen nicht automatisch übernehmen

Es sind oft die kleinen Dinge im Alltag, die älteren Menschen nach und nach abgenommen werden, wie Dinge vom Boden aufheben, Wasser einschenken, ohne Hilfe aufstehen. "Es kommt leider sehr oft vor, dass man aus Fürsorge oder Hilfsbereitschaft heraus viele Alltagsfunktionen für alte Menschen übernimmt. Das führt dann aber leider auch dazu, dass diese Menschen in ihren Tätigkeiten und Funktionen immer weiter abbauen. Das weiß man, dass, wenn man Tätigkeiten nicht ausführt, dass man sowohl körperlich als auch geistig Einschränkungen erfährt“, so Ausbildungstherapeutin Ulrike Sengseis.

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Die Mobilität im Alter sollte so lange wie möglich erhalten werden.

Je mehr eine Person noch selbst machen kann, umso besser - man sollte nur so viel Hilfe geben, wie er oder sie wirklich braucht: „Sinn macht es auch, wirklich Ziele einzubauen. Das heißt, es sollte nicht nur so sein, dass man jeden Tag bestimmte Übungen durchführt, damit sie abgearbeitet sind, sondern dass man diese Dinge mit Zielen verbindet und in den Alltag integriert, zum Beispiel kleine Aufgaben, wie etwa das Betreuen von Blumen im Wohnzimmer.“

Förderung der Mobilität im Alter

Derartige sinnvolle Tätigkeiten bringen Anerkennung und fördern die Motivation, so Ulrike Sengseis. In Pflegewohnheimen setzt man auf diese Förderung der Mobilität im Alter. Styria vitalis hat dieses Projekt in fünf steirischen Heimen begonnen und jetzt auf Einrichtungen des betreuten Wohnens ausgedehnt. "Dieses Gütesiegel besagt einerseits, dass es ein qualifiziertes Personal in diesen Häusern gibt, die ein bestimmtes Programm, das qualitätsgesichert und wirksam ist, umsetzen kann. Da geht es um Haltung, Entspannung, Atmung, da geht es um spielerische Bewegung, immer mit dem Ziel, Alltagsaktivitäten zu erhalten“, erklärt Styria vitalis-Geschäftsführerin Karin Reis-Klingspiegl. Die weiteren Kriterien sind wöchentliche Einheiten, in denen diese Fertigkeiten geübt werden und eine jährliche Schulung der Trainer, die dieses Programm durchführen.

Link:

„Mobilität fördern“ (Styria vitalis)