Unwetter: Gasen zum Katastrophengebiet erklärt

Nach dem Unwetter am Freitag ist für die betroffenen Bereiche in der Gemeinde Gasen im Bezirk Weiz die Katastrophe ausgerufen worden. Murenabgänge rissen die Landesstraße teilweise weg. Das Bundesheer schickt Soldaten.

Gasen ist heuer bereits zum fünften Mal von Unwettern betroffen. Nach heftigen Gewittern im Juni war der Ort schon in diesem Sommer über Wochen Katastrophengebiet; erst nach knapp sechs Wochen Assistenzeinsatz beendete das Bundesheer die Aufräumarbeiten - mehr dazu in Gasen: Bundesheer beendete Assistenzeinsatz (27.7.2018).

Straße weggerissen, Häuser evakuiert

Am Freitag trafen nun erneut schwere Niederschläge den Raum Gasen: Der Gasenbach und der Mitterbach traten über die Ufer, mehrere Muren rissen die L104 zwischen Birkfeld und Gasen auf einer Länge von rund einem Kilometer weg, so Bürgermeister Erwin Gruber; auch Brücken wurden weggerissen, Hofzufahrten verlegt.

Heftige Unwetter in Gasen

Nach heftigen Regenfällen Freitagabend ist Gasen am Samstag zum Katastrophengebiet erklärt worden.

Es kam laut Gruber zu mehreren Hangrutschungen, die Zufahrt zu mehreren Gehöften ist weiterhin nicht möglich; außerdem mussten zwei Häuser evakuiert werden, in die die Bewohner noch nicht zurückkehren können. Für die betroffenen Bereiche wurde die Katastrophe ausgerufen.

„Die Leute arbeiten nur mehr wegen der Unwetter“

„Dass es so extrem wird, damit haben wir nicht gerechnet, es hat zum Teil 100 Liter pro Quadratmeter oder mehr geregnet, der Bach war noch nie so groß, obwohl wir schon sehr viele Unwetter hatten. Es ist so nervig, die Leute arbeiten das ganze Jahr nur mehr wegen der Unwetter - kein Urlaub mehr, nix mehr, es reicht langsam, aber wir werden es irgendwie wieder hinbekommen“, sagte Bürgermeister Gruber.

Die Bundesstraße wird bei Gasen voraussichtlich bis Dienstag nicht befahrbar sein - dann könnte eine Fahrspur geöffnet werden, hieß es am Samstag von der Einsatzleitung. Um die massiven Schäden zu beseitigen, hilft auch wieder das Bundesheer - ab nächster Woche sollen 40 Pioniere eine Brücke und eine Krainerwand bauen und das Bachbett nach den Zerstörungen wiederherstellen.

Schützenhöfer: „Es ist zum Weinen“

„Es ist zum Weinen. Es hat die Gemeinde schon wieder ordentlich erwischt“, so Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) am Samstag. Eine erste Schätzung des aktuellen Ausmaßes des Schadens belaufe sich auf „eineinhalb bis zwei Millionen Euro. Es werden wohl eher zwei Millionen sein“.

In den vergangenen Jahren seien in dem Gebiet bereits fünf Millionen Euro für Schutzmaßnahmen verbaut worden, „die Gemeinde ist am Ende ihres Spielraumes“, betonte Schützenhöfer. Ein neues, rund zehn Millionen teures Hochwasserschutzprojekt sei in der abschließenden Planungsphase. „Ich habe mit Bundeskanzler Kurz (ÖVP, Anm.) telefoniert und gebeten, bei den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen im Rahmen einer Ausnahme stärker zu helfen“, schilderte der Landeshauptmann, „wir müssen Mittel umschichten, und ich habe die Zusage, dass der Bund mehr tut“.

Über konkrete Summen habe man noch nicht gesprochen, jedenfalls solle das Projekt ins Frühjahr vorgezogen werden. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind und die Gemeinde aufatmen kann, werde dann „im Mindestfall noch ein Jahr“ vergehen.

Mure im Wasserschutzgebiet

In Oberaich im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag ging Freitagabend in einem Wasserschutzgebiet eine Mure ab. Der zuständige Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ) schickte Experten und auch Geologen in die betroffenen Regionen; in Oberaich gehe es auch darum, die Trinkwasserqualität sicherzustellen, hieß es. „Wir werden alle Maßnahmen setzen, die notwendig sind. Wir haben die Lage im Auge“, so Schickhofer.

Hagelunwetter

Von den Gewittern betroffen war aber auch die gesamte nördliche Oststeiermark und das Mürztal, außerdem der Raum Deutschlandsberg und der Raum Voitsberg - dort gingen Hagelunwetter nieder.

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