Klimawandel: Bauern immer stärker unter Druck

Die Folgen des Klimawandels machen den Landwirten zu schaffen. Als einzige Landwirtschaftskammer Österreichs forscht die steirische nach neuen Anbausorten, die unter den gegebenen Bedingungen besser wachsen können.

Die steirischen Landwirte sprechen heuer von einer zufriedenstellenden bis sehr guten Ernte. Das Leben schwerer machen ihnen allerdings die Folgen des Klimawandels, denn Extremwetter wie Spätfröste, Starkregen oder extreme Hitze und Trockenperioden kommen immer öfter vor.

Fünf Mal mehr Soja in der Steiermark

Wenn es heißer und trockener wird, dann muss man auch Pflanzen anbauen, die unter diesen Voraussetzungen gut gedeihen - das ist der Ansatz, den man bei der steirischen Landwirtschaftskammer verfolgt. Deshalb begann man schon vor Jahren damit, den Anbau von neuen Sorten in der Steiermark zu unterstützen. Sojabohnen etwa sind bei Trockenheit und Hitze widerstandsfähiger - innerhalb der letzten acht Jahre verfünffachte sich die Soja-Anbaufläche in der Steiermark auf rund 8.700 Hektar.

Fokus auf trockenheitsresistente Sorten

Aber auch andere neue Sorten werden immer wichtiger, so Franz Titschenbacher, Präsident der steirischen Landwirtschaftskammer: „Im Hirsebereich haben wir in der Steiermark 2013 noch keine Anbauflächen gehabt, und weil eben Hirse trockenheitsresistenter ist, wurden mittlerweile an die 3.400 Hektar Hirse angebaut, und die sind in der Fruchtfolge integriert. Ein anderes Beispiel ist der Hummusaufbau, der ist ein besonderes Thema im Ackerbau, im Grünlandbereich sind es trockenheitsresistente Sorten, Gräser.“

Selbstständige Sortenforschung

Parallel dazu forscht man in der Landwirtschaftskammer gemeinsam mit verschiedenen Partnern daran, weitere neue, passende Sorten zu finden bzw. die bereits genannten Sorten durch Zucht so weit zu verändern, dass sie mit den gegebenen Bedingungen noch besser zurecht kommen, sagt Landwirtschaftskammerdirektor Werner Brugner: „Wir beschäftigen uns hier nicht nur mit Soja und Hirse, sondern beispielsweise zukünftig auch mit der Winterackerbohne und der Käferbohne, die auch in der Fütterung zum Einsatz kommen. Da können wir auch hinsichtlich der Trockenheitsresistenz einiges aufzeigen.“ Die Landwirtschaftskammer Steiermark ist laut Brugner übrigens die einzige in Österreich, die selbstständige Sortenforschung zum Thema Klimawandel betreibt.

Dürre

APA/dpa/Patrick Peul

Spätfröste, Starkregen, extreme Hitze und Trockenperioden setzen den heimischen Landwirten und ihrer Ernte zu.

Auch in den heimischen Wäldern macht sich der Klimawandel bemerkbar. ProHolz startete eine Initiative für 40.000 Waldbesitzer - sie sollen ihren Wald klimafit machen. Denn mit der richtigen Bewirtschaftung von Wäldern könne Experten zufolge dem Klimawandel gegengesteuert werden - mehr dazu in Waldbesitzer sollen Wälder klimafit machen (24.8.2018).

Und auch die Almen sind betroffen: Um der Verwaldungsgefahr entgegenzuwirken, werden jedes Jahr am Schwendtag 15 Almen von Stauden, Sträuchern und Gehölz befreit. Hunderte Freiwillige helfen mit - mehr dazu in Klimawandel setzt Almen immer stärker zu (21.7.2018).

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