Von Schnee verschüttete Gams gerettet

Eine bei Gleisräumarbeiten vom Schnee verschüttete Gams ist am Dienstag von ÖBB-Mitarbeitern gerettet worden. Die Eisenbahner schaufelten die Gams frei. Die Schneemassen machen den Wildtieren generell zu schaffen.

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Die tierische Hilfsaktion ereignete sich auf der momentan gesperrten Strecke zwischen Admont und Hieflau im Bezirk Liezen im Nationalpark Gesäuse. Laut den ÖBB lagen etwa 50 bis 80 Zentimeter Schnee auf den Gleisen und eine Lok schob die Strecke mit einem Räumschild frei.

Tier von Mitarbeitern freigeschaufelt

Trotz der geringen Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde werden die Schneemassen wuchtig zur Seite geschleudert. Die Gams hatte es trotz eines Hupsignals des Lokführers offenbar nicht schnell genug geschafft, davonzuspringen - sie wurde verschüttet. Die auf der Lok mitfahrenden Bahnmitarbeiter bemerkten, dass sie etwas verschüttet hatten. Das Schneeräumungsteam handelte rasch und schaufelte das Tier frei. Es sprang offenbar unverletzt zurück in den Wald.

Die Rettungsaktion der ÖBB-Mitarbeiter wird von Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau begrüßt: „Das ist eine löbliche Aktion, dass hier so reagiert wird. Das ist wirklich auch Tierschutz, und dem Tier wurde hier sicher geholfen.“

Jäger bei Schneelage gefordert

Die Schneemassen in der nördlichen Obersteiermark machen derzeit nicht nur den Menschen zu schaffen, sondern auch den Wildtieren. Gerade in so schneereichen Wintern sind die rund 360 Rotwildfütterungen bitter notwendig. Das Wild findet im meterhohen Schnee und Eis sonst kaum Nahrung. Die steirischen Jäger sind bei der massiven Schneelage derzeit sehr gefordert, so Mayr-Melnhof-Saurau: „Unter großer körperlicher Anstrengung suchen tagtäglich die Jäger teilweise auch unter Lebensgefahr die Futterstellen auf. Hier sind sicher rund 400 Leute beschäftigt, damit die Tiere nicht leiden im Winter."

Mit Lawinenpieps und -airbag unterwegs

Jäger rücken aufgrund der hohen Lawinengefahr mit Lawinenpieps und Lawinenairbag zu den Fütterungen aus, die teilweise auf einer Seehöhe von bis zu 1.200 Meter liegen: „Es wird immer schwieriger. Am Anfang ging es noch mit den Traktoren, jetzt sind die Leute teilweise mit den Skiern unterwegs, um zu den Fütterungen zu kommen. Es gibt auch da und dort entlegene Gebiete, wo versucht wird, mit dem Hubschrauber hinzukommen, wo der Jäger das Futter ausbringt." Spitzt sich die Lage weiter zu, sind Flüge bald notwendig, schätzt der Landesjägermeister.

Er rechnet - trotz aller Bemühungen – auch mit höheren Ausfällen beim Wildbestand durch die Schneemassen: „Ich danke allen Jägern, die sich hinauswagen, um zu den Fütterungen zu kommen. Ich danke aber auch all jenen Naturnutzern, Sportnutzern, die den Tieren nicht zu nahe kommen, um den Tieren die Chance zu geben, den harten Winter zu überleben."

Über der nördlichen Obersteiermark liegt eine dicke Schneedecke - von Winteridylle kann man aber nicht sprechen: Vom Dachstein über das Tote Gebirge bis zum Hochschwab herrscht weiter Lawinenwarnstufe fünf - mehr dazu in Weiter Kampf gegen die Schneemassen.

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