Die Steiermark ist auf dem Holzweg

Zwei Drittel der Fläche in der Steiermark bestehen aus Wald, im waldreichsten Bundesland in Österreich spielt Holz damit in vielen Bereichen, vom Bauen bis hin zum Klimaschutz, eine immer wichtigere Rolle. Dementsprechend viele Projekte gibt es.

Seit 15 Jahren investiert die Steiermark intensiv in Forschung, Entwicklung und Verarbeitung des Wertstoffes Holz. Der Baustoff Holz erfreut sich immer größerer Beliebtheit, steirisches Holz findet mittlerweile ein immer breiteres Interessensfeld.

Holz für die Pharmaindustrie und die Luftfahrt

Die Bereiche in denen Holz aus der Steiermark zur Anwendung kommen sind vielfältig: Egal ob in der Pharmazie-, der Automobil- oder Luftfahrtindustrie, bis zur Verwendung als Dämm- und Brennstoff. Vor allem als Baustoff wird Holz immer stärker nachgefragt, sagte Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger (ÖVP) am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz. Wird mit Holz gebaut, so entsteht in unseren Städten und Dörfern ein so genannter „zweiter Wald“ und damit ein beträchtlicher Kohlenstoffspeicher, der die Umwelt entlastet.

3.3 Millionen Tonnen CO2 weniger durch Holz

Wird der Holzbau in Österreich als Klimaschutzmaßnahme forciert, bestehe keine Gefahr der Übernutzung der Wälder, so Seitinger. Durch die Holzbauweise können in Österreich in Summe bereits 3,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden, laut Seitiniger entspricht das der durchschnittlichen Jahresemission von 2,2 Millionen Kraftfahrzeugen. „Wir sind die letzte Generation, die noch etwas gegen den Klimawandel tun kann. Der Einsatz von Holz im Bau ist gelebter Klimaschutz“, so der Appell des Landesrates.

55.000 Arbeitsplätze in der Holzwirtschaft

Die Holzwirtschaft ist mittlerweile auch in der Wirtschaft und der Wissenschaft zu einem wesentlichen Faktor geworden. Von der Wissenschaft bis zur Forschung sei es gelungen, den Holzbau von fünf auf rund 30 Prozent zu erhöhen, zog Landesrat Seitinger am Mittwoch Bilanz. Bis zu 55.000 Menschen in ganz Österreich finden in den unterschiedlichsten Bereichen der Holzwirtschaft einen Arbeitsplatz.

Mehr Holz in Pflegeheimen und Kindergärten

Ziel sei es, so Landesrat Seitinger, Holz vermehrt in den öffentlichen Raum, im Wohnbau und im Rahmen neuer Technologien einzusetzen. Die Steiermark will deshalb die Holzbauweise in den nächsten Jahren forcieren und Holz verstärkt auch beim Bau von Pflegeheimen oder Kindergärten anwenden.

Erste „Holz-NMS“ in Graz

Landesrat Seitinger betonte weiters, dass das Wissen um Holz in der Steiermark verstärkt in die Ausbildungsstätten getragen und in den Lehrplänen verankert werde. So wurde die erste Holz-NMS in Graz gestartet. Andere Bundesländer übernahmen dieses Modell mittlerweile. Die Nachfrage am Lehrangebot im Bereich Holz sei bei den Studierenden ungebrochen, hieß es am Mittwoch. Im Bereich der Holzbautechnologie brachte etwa die Technische Universität Produktentwicklungen, die mittlerweile Millionen Euro Wertschöpfung generieren, sagte Gerhard Schickhofer von der TU Graz. "Es ist an der Zeit, das Wissen um diesen Stoff wieder in den Ausbildungsstätten zu installieren, sagte proHolz-Steiermark Geschäftsführerin Doris Stiksl.

Neues Buch für Holzbau

Um noch mehr Lust auf Holzbau zu machen, wurde nun ein Holzbau-Buch herausgebracht, das an 40 Beispielen die Einsatzmöglichkeiten von Holz zeigt und das Bauträger und Gemeinde auf den Geschmack bringen soll, Projekte in Holz umzusetzen.