Uber-App
APA/AFP/dpa/Oliver Berg
Verkehr

Uber-Testbetrieb sorgt für Unmut bei Grazer Taxlern

Das amerikanische Unternehmen Uber bietet in Wien schon seit längerem seine Dienste an – seit kurzem kurven auch in Graz Uber-Fahrzeuge durch die Stadt. Dieser Probebetrieb sorgt für Unmut, vor allem bei etablierten Taxiunternehmen.

Sechs Uber-Taxis sind seit kurzem in Graz unterwegs – sie werden per Handy-App bestellt, der Probebetrieb soll noch zwei bis drei Wochen dauern.

„Uber hält sich an keine Regeln“

Ihre Präsenz sorgt für Unmut in der Grazer Taxi-Welt, sagt Peter Lackner, Sprecher der Sparte Verkehr der Wirtschaftskammer Steiermark: „Uber hält sich an keine Regeln, Uber zahlt in Österreich keine Steuern, Uber zahlt keine Sozialversicherungsabgaben, und alles, was sie machen, ist einen billigeren Preis vorgeben, der nur dann einzuhalten ist, wenn ich mich nicht an die Regeln halte.“

Man habe bereits mehrere Verstöße protokolliert, so Lackner weiter: „Wir machen umfassende Kontrollen, und wir haben bereits jetzt Verstöße festgestellt gegen die Taxitarifverordnung, gegen die Betriebsordnung und auch lohnsteuerrechtliche Verstöße.“ Zu bedenken sei auch, dass es sich bei Uber um Mietwagenfahrer handle: „Ein Taxilenker braucht eine Taxilenkerprüfung, dazu gehört auch eine umfassende Ortskenntnisprüfung – ein Mietwagenlenker braucht das nicht“, so Lackner.

Ungleicher Kampf

670 Taxis gibt es derzeit in Graz, damit sei der Markt gut gedeckt, heißt es bei etablierten Taxiunternehmen wie etwa 878, das gerade sein 30-jähriges Bestehen feiert. Den Vorstoß von Uber, in Graz Fuß zu fassen, sieht man ebenfalls kritisch, so 878-Geschäftsführerin Sylvia Loibner: „Meine Fahrer haben jetzt natürlich Bedenken, dass aufgrund dieser Plattform, die da angeboten wird, sehr wohl ein Kampf auftritt, der so in der Form nicht funktionieren kann, weil die mit anderen Mitteln arbeiten. Wir haben einen verbindlichen Tarif, der sorgt für einen fairen Preis für eine gute Dienstleistung.“

Von Seiten von Uber wollte gegenüber dem ORF Steiermark am Dienstag weder der zuständige Grazer Unternehmer, noch einer der Fahrer eine Stellungnahme abgeben.