Feuerwehrmann löscht Brand
ORF.at/Christian Öser
Chronik

Hitzewelle sorgt für hohe Waldbrandgefahr

Am Wochenende erwartet die Steiermark der Höhepunkt der ersten Hitzewelle. Mit der Hitze ist auch die Gefahr für Waldbrände verbunden. Die Warnung gilt für die gesamte Steiermark.

Mit jedem Tag, an dem die Gradanzeige auf dem Thermometer nach oben klettert, steige auch die Gefahr für Waldbrände, einige kleine habe man heuer bereits bekämpft, heißt es von Seiten der Feuerwehr.

Auslöser für diese vom Menschen verursachten Brände seien oft unachtsam weggeworfene Zigaretten, Reste von Lagerfeuern oder Kinder, die mit Fackeln spielen, sagt Dieter Pilat von der Feuerwehr.

Zigaretten, Blitzschlag und Auspuffgase

Außerdem ist der Boden durch die geringen Regenmassen trocken, und „es ist noch dazu gekommen, dass in den letzten Tagen ein relativ starker Wind über die ganze Steiermark bläst, der den Boden noch mehr austrocknet, und da reicht ein Funken, eine weggeworfene Zigarette, um ein Feuer zu entfachen“, sagt Pilat.

Eine Zigarettenkippe könne etwa – auch wenn man glaubt, man habe sie ausgedämpft und im Boden vergraben – noch stundenlang weiterglimmen: „Irgendwann bekommt sie durch den Wind ein bisschen Sauerstoff und entzündet dann den Waldboden“, erklärt Pilat. Aber auch Autoauspuffgase auf trockenen Wiesen oder Blitzeinschläge könnten in Sekundenschnelle zu Waldbränden führen, so Pilat.

Das Löschen sei dann oft schwierig: Ein „08/15 Wiesen- oder Gestrüppfeuer“ habe eine Ausbreitungsgeschwindigkeit von fünf bis acht km/h – auch ein Fußgänger sei mit etwa fünf km/h unterwegs. „Aber der Feuerwehrmann muss ja einen Schlauch, Pumpen, Schaufeln, Spaten und so weiter mittragen, dazu noch die schwere Schutzbekleidung, also meistens ist das Feuer schneller unterwegs als der Mensch am Boden“, erklärt Pilat.

Brandgebiete oft schwer zugänglich

Dazu komme, dass sich die Feuerwehrleute oft erst den Weg durch Gestrüpp oder steiles Gelände bahnen müssen, um zum Feuerherd zu gelangen. Zudem seien Wälder oft entlegen, und es dauere einige Zeit, um Löschwasser zum Einsatzort zu bringen – hier müssen oft hunderte Meter lange Wasserschläuche von Bächen oder Teichen zu den Wäldern verlegt werden.

In den Sommermonaten gebe es ohnehin Verbote, offene Feuer in Waldgebieten zu entzünden, so Pilat. Wenn man dennoch einen Waldbrand bemerkt, sollte man sofort den Feuerwehr-Notruf 122 wählen und sich selbst in Sicherheit bringen.

Sonnwendfeuer als Gefahr

In rund einer Woche, am 21. Juni, ist die Sommersonnenwende – traditionell werden an diesem Tag Sonnwendfeuer veranstaltet. Wenn die Wetterlage weiter so bleibe, sei laut Feuerwehr auch das Sonnwendfeuer eine Gefahr – vor allem wenn Wind dazukommt.

Es gebe strenge Vorschriften: So darf man Sonnwendfeuer nur mit 40 Metern Abstand von Wäldern entzünden, bei Wind gar nicht. Die Exekutive kontrolliert etwaige Verstöße.