Labormitarbeiterin beim Auswerten von DNA-Tests in einem Labor in Wien
APA/HELMUT FOHRINGER
Gesundheit

LKH Graz warnt vor Puumalavirus

Das LKH Graz warnt vor einer Infektion mit dem Puumalavirus – von heuer bisher 97 Ansteckungen in Österreich wurden 86 in der Südoststeiermark gezählt. Das Virus wird durch aufgewirbelten Staub verbreitet.

Eine Infektion mit dem Virus kann bis zu Nieren- und Lungenversagen führen. Das Virus verbreitet sich über den Kot und andere Ausscheidungen der Rötelmaus – wird Staub aufgewirbelt, schleudert das auch das Virus herum, und zwar sogar noch dann, wenn der Überträger, die Rötelmaus, längst „ausgezogen“, tot oder gefangen ist.

Das LKH Graz teilte am Freitag in einer Aussendung mit, dass wegen der Gefahr einer Übertragung besonders beim Reinigen von Wochenendhäusern, Schuppen und Garagen Vorsicht geboten ist; eine weitere vorbeugende Maßnahme ist das Besprühen von Oberflächen und Böden mit chlorhaltigen Lösungen.

Mehr Infektionen als 2004, 2007, 2014 und 2017 zusammen

Mit 97 Fällen verzeichnete man heuer bereits mehr Infektionen als in den Jahren 2004, 2007, 2014 und 2017 zusammen, in denen das Virus in Österreich gehäuft beim Menschen auftrat; nur im Jahr 2012 waren mit 264 Fällen mehr Infektionen nachweisbar.

Infektionsorte von Puumalavirusinfektionen in Österreich
Zentrum für Virologie der Med-Uni Wien

Von den bisher österreichweit verzeichneten Infektionen wurden 89 Prozent in der Steiermark gezählt – allein in den vergangenen drei Wochen wurden an der Universitätsklinik für Innere Medizin des LKH Graz 16 Patienten behandelt, drei davon intensivmedizinisch. Grundsätzlich waren bisher 73 Prozent aller Erkrankten Männer, das Durchschnittsalter betrug 48 Jahre, wobei der jüngste Patient 24 Jahre und der älteste 86 Jahre alt war.

Verbreitung nicht geklärt

„Eine Infektion beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost und führt in der Folge zu starken Bauch-, Flanken- oder Rückenschmerzen sowie Sehstörungen oder kleinen Hautblutungen. In schweren Fällen kann eine Puumalavirusinfektion ein Lungenversagen und ein akutes Nierenversagen auslösen, die sogar eine vorübergehende Beatmung und eine Dialyse notwendig machen“, erklärt Robert Krause, Leiter der Sektion Infektiologie und Tropenmedizin: „Üblicherweise heilt die Erkrankung zwar ohne bleibende Schäden aus. Dennoch ist jede Infektion für den Patienten aufgrund des hohen Fiebers, der Muskel- und Kopfschmerzen sehr belastend und könnte mit einfachen Mitteln vermieden werden.“

Warum die meisten Infektionen heuer gerade in der Südoststeiermark, in Kärnten und im Südburgenland verzeichnet wurden, ist nicht erklärlich, denn grundsätzlich ist die Rötelmaus in ganz Österreich beheimatet; das Puumalavirus tragen allerdings nur einzelne Populationen in sich.