Wirtschaft

Gerot Lannach: Großauftrag für Tabletten

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz hat 50 Millionen Packungen Kaliumjodid-Tabletten bei der weststeirischen Firma Gerot Lannach Pharma bestellt. Es ist der größte Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens.

Kaliumjodid-Tabletten werden ausgegeben, wenn eine radioaktive Wolke im Anmarsch ist. Dadurch wird die Schilddrüse geschützt. In Deutschland will man sich präventiv mit den Tabletten eindecken, auch wenn man hofft, dass sie nie zur Anwendung kommen.

Haltbarkeit und Preis überzeugten

„Ausgeschrieben hat das Bundesamt für Strahlenschutz, dass es eine Notfall-Bevorratung für Kaliumjodid-Tabletten anlegt. Es handelt sich um 50 Millionen Packungen. In diesem Umfang der größte Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens“, bestätigt Andreas Gasser von Gerot Lannach.

In den vergangenen Tagen habe man sich für die Lannacher Firma entschieden. Gründe seien der Preis und die Haltbarkeit gewesen, so Gasser: „Wir können Stabilitätsdaten von insgesamt über zehn Jahren vorlegen. Das heißt, wir haben Analysen, Daten unseres Produkts auch nach zehn Jahren, die belegen, dass es keine Einbußen von Qualität und Wirksamkeit gibt.“

Monatelange Produktion für Deutschland

Jetzt bereitet sich das Unternehmen der Bartenstein-Holding auf die Produktion in Lannach vor, berichtet Gasser: „Wir müssen ja selbst von Lieferanten gewisse Ausgangsstoffe bestellen – seien es so profane Dinge wie Verpackungskartons oder Packungsbeilagen, die gedruckt und geliefert werden müssen. Und wir müssen die Verpackungslinien entsprechend rüsten.“

Zwei der 16 Produktionslinien werden mehrere Monate lang exklusiv Kaliumjodid-Tabletten für Deutschland produzieren. Nächstes Jahr soll dann ausgeliefert werden. Über das Auftragsvolumen wurde Stillschweigen vereinbart. Auch der österreichische Tablettenvorrat wurde von Gerot Lannach hergestellt.