Schlossberg
Franziska Schurig © GrazMuseum
Franziska Schurig © GrazMuseum
Kultur

Grazer Schloßbergmuseum im Entstehen

Intensiv gebaut wird derzeit am neuen Grazer Schloßbergmuseum: Mit einem Kostenaufwand von rund 2,6 Millionen Euro wird die ehemalige Stallbastei völlig neu gestaltet. Im Rahmen einer Baustellenbesichtigung gab es nun erste Einblicke.

Es ist ein Ort mit Geschichte; die Kanonen- und Stallbastei des Grazer Schloßbergs: 1544 nach den Plänen von Domenico dell’Allio errichtet, hat es hier immer wieder bauliche Veränderungen gegeben. Nach einem Architekturwettbewerb, den das Grazer Büro WG3 ZT KG für sich entschied, hat heuer der Umbau zur Attraktivierung des zuletzt als Garnisonsmuseum geführten Areals begonnen.

Erste Einblicke

Im Rahmen einer Baustellenbesichtigung hat es am Dienstag erste Einblicke in das neue Schloßbergmuseum gegeben. Verläuft alles nach den Plänen der Architekten, soll es bis zum Muttertag 2020 fertiggestellt sein.

Dabei geht es um eine behutsame Aufwertung des Grazer Schloßbergs unter Einbeziehung aller denkmal- und naturschutzrechtlichen Bestimmungen. Am Dienstag war eine Besichtigung der Baustelle möglich.

Ein besonderer Fund aus der Renaissance

Die Pläne der beiden Architekten Albert Erjavec und Christian Reschreiter gehen voran: Derzeit erfolgt eine behutsame Freilegung historischer Funde, unter anderem auch eines vermutlich aus der Renaissance stammenden Fundaments eines Turmes.

Stall- und Kanonenbastei Graz Renaissance-Turm-Fundament
ORF
Bei den Bauarbeiten wurde sogar ein besonderes Turmfundament freigelegt

Es ist eine Herausforderung, die historische Substanz und moderne Museumskonzeption zu vereinen. Derzeit wird in allen Bereichen geforscht und gearbeitet, Wissenschaftler, Historiker und Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Gebieten sind an der Umsetzung des neuen Schloßbergmuseums beteiligt.

Stall- und Kanonenbastei Innenraum
ORF
Das Schloßbergmuseum wird anlässlich des Kulturjahres 2020 der Stadt Graz im Mai eröffnet werden – bis dahin ist noch viel zu tun

Stadtrat Günter Riegler (ÖVP) unterstreicht: „Der Schloßberg ist der Sehnsuchtsort nicht nur der Grazerinnen und Grazer, sondern auch der Touristen. Und hier wird etwas entstehen, was es bisher nicht gegeben hat, nämlich eine erste Anlaufstelle, in der die Geschichte des Schloßbergs als bewohnten Berg und seine historische Bedeutung erzählt wird.“

„Erste Anlaufstelle für die Geschichte des Schloßbergs“

Wo jetzt noch Kanonen stehen, sollen Sehmaschinen den Blick in die Stadtentwicklung von Graz möglich machen. Auch die Kasematte, also das alte Wehrgewölbe der Stallbastei, wird für Besucher geöffnet. Hier wird die Geschichte des Schloßbergs mit einem interaktiven Modell erzählt – insgesamt will man die Zeit von der Stadtgründung bis zur Schloßbergrutsche erfassen.

SchlossbergMuseum Modell Glas
Ein neues Schloßbergmodell in den Kasematten © studio WG3
Mit rund 60.000 Besuchen pro Jahr will man die Nummer eins der Grazer Museen werden, was die Besucherzahlen betrifft

Gehofft wird auf rund 60.000 Besuche pro Jahr – auch dank günstiger Eintrittspreise von gerade einmal zwei Euro pro Kopf: „Das Schloßbergmuseum wird das besucherstärkste Museum innerhalb der Stadtgrenzen von Graz sein. Es wird extrem populär sein, es wird sehr niederschwellig sein und es wird vor allem ganz barrierefrei sein“, betont Museumsdirektor Otto Hochreiter.