Hinweisschild für Artzpraxis für Allgemeinmedizin
APA/dpa-Zentralbild/Jens BŸttner
APA/dpa-Zentralbild/Jens BŸttner
Chronik

Ärztekammer fordert Entlastung der Spitäler

Überlastete Spitäler, unbesetzte Kassenstellen am Land – und das bei steigender Lebenserwartung: Die Ärztekammer fordert mehr Geld für den Gesundheitsbereich sowie einen „Normbehandlungsweg“.

Mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit müsse man nicht unbedingt ins Spital, so der der Präsident der steirischen Ärztekammer, Herwig Lindner – es brauche daher einen neuen „Steuerungsmechanismus“, um Spitäler zu entlasten und Patienten zu niedergelassenen Ärzten umzuleiten.

Starke Überlastung in Spitälern

Zu viele Menschen würden mit vergleichsweise harmlosen Anliegen im Spital liegen, so Lindner: „Aus den Spitälern kann ich berichten, dass dort die Kollegen derzeit wirklich stark überlastet sind, vor allem in den Ambulanzen. Dort hat die Belastung wirklich ein unerträgliches Maß angenommen, was dann letztlich auch dazu führt, dass die Kollegen die Spitäler verlassen, weggehen, ins Ausland gehen.“

Die grundsätzliche Richtung sei Lindner zufolge klar: „Der Weg muss sein, den niedergelassenen Bereich zu stärken, um Spitäler zu entlasten und auch das Personal in den Spitälern zu entlasten.“ Diese Unterstützung soll mit einem Art „Normbehandlungsweg“ erreicht werden: Dieser bedeutet, dass man vor dem Weg ins Spital einen Hausarzt oder eine vorgelagerte Ambulanz aufsucht – eine solche gibt es etwa bereits am AKH in Wien.

1.300 zusätzliche Stellen benötigt

Aber auch für die Hausärzte müsse mehr getan werden, fordert Johannes Steinhart, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte: „Die Rahmenbedingung bedeutet, dass ich hier sehr wohl auch Deckel und Degressionen endlich einmal weg lasse bei Leistungen, denn es ist der erste Patient genauso wertvoll wie der 99. Patient, aber es ist auch die Leistung der Ärzte genauso wertvoll.“

Österreichweit gibt es einen Bedarf an 1.300 zusätzlichen Stellen für Einzel- und Gruppenpraxen sowie erhöhte Investitionen in das Gesundheitssystem. Derzeit liegen die Ausgaben bei 10,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – idealerweise sollten diese bei zwölf bis 13 Prozent liegen, wie es in Deutschland oder der Schweiz der Fall ist.