Grazer Hauptbahnhof
APA/Erwin Scheriau
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Chronik

Hauptbahnhof Graz: Diskussion über Alkoholverbot

Der Grazer Hauptbahnhof ist immer wieder ein Hotspot für Polizeieinsätze – oft ist Alkohol mit ein Grund. Nun wird ein Alkoholverbot rund um den Bahnhof diskutiert.

Schauplatz ist der Grazer Hauptbahnhof am Dienstagvormittag: Von einer angespannten Stimmung ist nichts zu bemerken. Probleme mit Betrunkenen gäbe es hier jedoch immer wieder, weiß Kurt Kemeter von der Polizei Graz: „Die Einsätze hier am Grazer Hauptbahnhof sind sicherlich gestiegen, die Polizeidienststelle wurde auch vergrößert, es sind hier mehr Beamte als vor zehn Jahren im Dienst.“ Tätlichkeiten würden vorkommen, jedoch nicht gegenüber Fahrgästen, sondern untereinander; Aggressionen würden zumeist eher durch Gewalt als verbal ausgetragen werden, so Kemeter.

Polizei für Verschärfung am Bahnhofsgelände

Von einem Alkoholverbot am Bahnhofsvorplatz hält man bei der Polizei derzeit nicht viel – diese Verordnung müsse die Stadt treffen und dann auch mit der Ordnungswache exekutieren.

Hauptbahnhof Graz, innen
ORF

Sinnvoller würde man ein Alkoholverbot am Bahnhofsgelände selbst erachten, wie Kemeter erklärt: „Hier Verschärfung zu treffen ist Sache der ÖBB, wäre auch angenehm und angebracht. Hier können meine Beamten auch einschreiten, da sie als Eisenbahnaufsichtsorgane hier am Bahnhof vereidigt sind und das würde Sinn machen.“

Arbeitsgruppe tagt zum Thema

Von den ÖBB heißt es, das Alkoholverbot im Bahnhof sei derzeit nicht geplant, sollte die Stadt ein Alkoholverbot am Vorplatz einführen, würde man aber mitziehen. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) meint dazu: „Wir haben in Graz ja schon gute Erfahrungen gemacht im Innenstadtbereich mit dem Alkoholverbot, allerdings muss ich auch dazu sagen, dass es nur funktionieren kann, wenn die begleitenden Sozialmaßnahmen dazu getroffen werden.“

Im Moment würde es dem Bürgermeister zufolge eine Arbeitsgruppe geben, die zu dem Thema tagt – diese wurde vor rund vier Monaten zwischen der ÖBB, dem Magistrat und der Polizei einberufen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werde sich der Gemeinderat damit beschäftigen, so Nagl.