Schlupfhaus
Kathi Auferbauer
Kathi Auferbauer
Soziales

20 Jahre Caritas-Schlupfhaus in Graz

Ein Bett, eine Dusche und warmes Essen – es sind elementare Dinge, die mehr als 4.000 Jugendliche in Not seit 20 Jahren im Grazer Schlupfhaus der Caritas gefunden haben und finden. Am Donnerstag wird das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Die Kids nennen es liebevoll „Schlupfi“ – das bunt gestreifte Haus am Mühlgangweg 1 in Graz, das Platz für zwölf Jugendliche bietet. Pro Jahr nutzen 300 Mädchen und Burschen die Notschlafstelle, in der man ab 18.00 Uhr warmes Essen bekommt, duschen und Wäsche waschen und sich beraten lassen kann, etwa wenn die Pubertät gerade verrückt spielt und man in keine gesellschaftlichen Normen passt, erzählt die Leiterin des Caritas-Schlupfhauses, Gabriele Wärder.

So sein, wie man ist

Sie betont dabei: „Das Anliegen ist zum Teil mittlerweile auch, dass die Jugendlichen einen Raum brauchen, wo sie ‚sein‘ können, einfach so sein können, wie sie sind, dass wir als Betreuerinnen und Betreuer, die Nacht- und Tagdienste machen, unterstützend sein können und sie uns vertrauen und wissen, dass sie mit allen Anliegen zu uns kommen können.“

365 Tage im Jahr ist das Schlupfhaus geöffnet. Das Angebot wird unter anderem von Burschen genutzt, die nach einem Konzert in Graz kein Geld mehr für die Heimfahrt nach Feldbach haben, genauso wie von Teenagern aus schwierigen Elternhäusern oder ohne Ausbildung und Perspektiven.

„Alles, was ein jugendliches Leben zu bieten hat“

Die Probleme seien vielfältig, schildert Wärder: „Es geht dabei um pubertäre Fragen, um Liebe, Sexualität, Ausbildung, um Schulden, Gerichtsverfahren, Haftstrafen, Drogen – um alles, was ein jugendliches Leben zu bieten hat.“

Ins „Schlupfi“ können 14- bis 21-Jährige kommen, denn auch nach der Volljährigkeit bräuchten viele noch eine helfende Hand. In vier Wohnungen werden auch Jugendliche in ihrer Selbstständigkeit begleitet – derzeit seien alle in Ausbildung, so die Leiterin.