SPÖ-Chef Michael Schickhofer
Erwin Scheriau
Erwin Scheriau
Politik

Schickhofer: Leitspital Rottenmann bei SPÖ-Sieg

Michael Schickhofer hat am Donnerstag für eine Überraschung gesorgt: Der steirische SPÖ-Chef kündigte an, dass im Falle eines SPÖ-Sieges in der Region Liezen das im Bezirk geplante Leitspital nach Rottenmann käme.

Schon unmittelbar nach der Neuwahlankündigung von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) Anfang September stellte Schickhofer das geplante Leitspital Liezen in Stainach-Pürgg in Frage – mehr dazu in Schickhofer stellt Leitspital Liezen in Frage (1.9.2019) –, am Donnerstag setzte der SPÖ-Chef aber noch eines drauf: Sollte die SPÖ bei der Landtagswahl in der Region Liezen gewinnen, käme das Leitspital nach Rottenmann, bei einem ÖVP-Sieg würde die Stainach-Pürgg-Lösung zum Zug kommen.

„Das Signal der Bevölkerung ernst nehmen“

„Ich will eine Abstimmung mit der Region, das heißt, das Wahlergebnis in Liezen hat natürlich eine besondere Relevanz: Wenn die ÖVP die Mehrheit hat, dann wird die Region aller Voraussicht nach mit ihrer Mehrheit sagen, wir wollen es in Stainach, wenn die SPÖ die Mehrheit hat, dann werden wir die Rottenmann-Alternative umsetzen. Ich glaube, es ist wichtig, da das Signal der Bevölkerung ganz offen ernst zu nehmen. Das ist ja mein Zugang, ich will ja jetzt auch nicht von Graz her vorgeben, das ist die einzige Alternative“, so Schickhofer am Donnerstag. Alle mit der ÖVP getroffenen gemeinsamen Beschlüsse zum Leitspital in Stainach-Pürgg seien damit hinfällig.

ÖVP: „Verwundert über Wackelkurs“

Die Reaktionen auf den Kurswechsel Schickhofers ließen nicht lange auf sich warten – und sie fielen heftig aus: ÖVP-Klubobfrau Barbara Riener zeigt sich in einer Aussendung „verwundert über den Wackelkurs“ Schickhofers: Das Projekt in Stainach-Pürgg fuße auf „zu 100 Prozent gemeinsam gefasste, verbindlichen Beschlüsse“.

FPÖ: „An Unglaubwürdigkeit nicht zu überbieten“

FPÖ-Gesundheitssprecher Arnd Meißl wiederum sagte: „Der Schwenk von Noch-SPÖ-Chef Schickhofer in der Causa Zentralspital Liezen ist leeres Wahlkampfgetöse und an Unglaubwürdigkeit nicht zu überbieten. Die SPÖ hat bis zum Neuwahlbeschluss sämtliche Zentralisierungsbestrebungen der ÖVP nicht nur mitgetragen, sondern auch mit voller Überzeugung verteidigt. Wenn Schickhofer nun glaubt, der Bevölkerung zwei Wochen vor der Wahl Sand in die Augen streuen zu können, so wird er von der obersteirischen Bevölkerung die Quittung für seine Doppelzüngigkeit ausgestellt bekommen. Es gibt in der Steiermark nur zwei Parteien, die sich von Beginn an unbeirrbar gegen die Schließungswut von Landesrat Drexler (Gesundheitslandesrat, ÖVP, Anm.) gestellt haben, und das waren FPÖ und KPÖ.“

Grüne: „Jede Stimme für SPÖ eine verlorene Stimme“

Und Grünen-Klubobmann Lambert Schönleitner meinte zur Schickhofer-Ankündigung: „Nachdem es in ganz Mitteleuropa kein Meinungsforschungsinstitut gibt, dass an einen SPÖ-Sieg glaubt, wäre mit der Aussage ja klar, dass die Spitäler im Bezirk geschlossen werden. Das ist ein absurder Humbug! Jeder im Bezirk weiß, dass die SPÖ fünf Jahre lang jede ÖVP-Entscheidung im Gesundheitswesen untertänig mitgetragen hat. Daran kann man den Wert dieser Aussage ablesen! Jede Stimme für die SPÖ ist in Sachen Glaubwürdigkeit eine verlorene Stimme.“

KPÖ: „Gesundheitsversorgung für SPÖ Wahlkampfgag“

Für KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler ist die Ankündigung Schickhofers eine grobe Irreführung der Öffentlichkeit: „Selbst wenn die SPÖ im Bezirk stärkste Partei wird, wird die Entscheidung über den Standort des Leitspitals in der Landesregierung getroffen, nicht in der SPÖ-Zentrale. So sollen die Menschen getäuscht werden“, so Klimt-Weithaler.