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APA/dpa-Zentralbild/Jan Woitas
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Umwelt

Feinstaub in Graz: Besserung in Sicht

Die Feinstaubbelastung in und um Graz ist seit Jahrzehnten ein großes Problem – doch nun sei erstmals ein Trend in Richtung bessere Luft zu erkennen, hieß es am Montag von Umweltlandesrat Anton Lang (SPÖ).

Mit bisher zwölf Tagen im heurigen Jahr, an denen die Feinstaub-Grenzwerte überschritten wurden, sei man auf dem richtigen Weg, sagt Gerhard Semmelrock, der beim Land für die Luftgütemessungen zuständig ist.

„Wir erwarten heuer ein sehr positives Jahr“

Heuer sei das erste Jahr, in dem an allen steirischen Messstellen die sozusagen „erlaubten“ Überschreitungstage – das sind 35 im Jahr – nicht erreicht werden, und das sowohl beim Feinstaub als auch beim Stickstoffdioxid: „Der Trend der letzten Jahre, den wir beobachten, nämlich einen konsequenten Rückgang, der hat sich heuer fortgesetzt, und wir erwarten heuer ein sehr positives Jahr im Sinne sehr niedriger Belastungen“, so Semmelrock.

Dass die Belastung zurück gegangen sei, zeige, dass die vielen Maßnahmen – zu denen auch der Feinstaub-100er gehöre – richtig seien, so Umweltlandesrat Lang: „Diese langfristigen Maßnahmen zeigen den Erfolg, auch wenn es immer wieder einen Einfluss gibt durch die Wetterlagen vor allem hier im Großraum Graz. Das heißt, die Entscheidung war richtig, langfristige Maßnahmen einzuführen vor allem im Verkehrsbereich, aber auch im gesamten Heizungsbereich – alle diese Maßnahmen wirken sich sehr positiv aus.“

Ziel: Flächendeckende Einhaltung der Grenzwerte

Das neu erstellte Luftreinhalteprogramm 2019 sei noch in Begutachtung, so Lang. Ziel sei es, dass die Grenzwerte flächendeckend eingehalten werden können. Mit den Leitungen von der Papierfabrik Sappi, der Marienhütte und demnächst der Kläranlage Gössendorf würde deren aller Abwärme optimal für die Fernwärme genutzt; ein kleines Projekt sei dabei auch noch die Nutzung der Abwärme der Eishalle Liebenau.

„Meine Luft – Reine Luft“

Lang zufolge müsste in vielen Bereichen der Öffi-Verkehr und auch der Mikro-ÖV ausgebaut werden. „In letzterem Bereich seien vor allem in vielen obersteirischen Seitentälern größere weiße Flecken“, so der Landesrat. Man werde auch in nächsten Jahren viel Geld für den Öffi-Ausbau in die Hand nehmen müssen, auf eine Nahverkehrsabgabe will sich Lang in Wahlkampfzeiten aber nicht festlegen: „Man muss sich ansehen, wie wir die Öffis finanzieren können, da können wir auch den Bund nicht aus der Verantwortung lassen.“

Mehr Menschen in die Öffis bringen soll aber auch wieder die Aktion „Meine Luft – Reine Luft“, bei der an allen Freitagen von Dezember bis Ende Februar jeder, der eine Stundenkarte kauft, in der bezahlen Tarifzone den ganzen Tag fahren darf; das gleiche gilt in der Vorweihnachtszeit von 9. bis 24. Dezember sogar täglich.

Grüne: „Kein Grund, sich auf die Schulter zu klopfen“

Kritik kommt von den Grünen: Dass Landesrat Lang so tue, „als sei in Sachen gesunder Luft alles paletti, ist nicht nachvollziehbar“, so die Grüne Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Sandra Krautwaschl: "Laut Umweltbundesamt gab es im Vorjahr in Graz 39 Feinstaub-Überschreitungstage – damit wurden sowohl die EU- als auch die österreichische Grenze wieder übertroffen.“ Und weiter: „Beim zweiten Luftschadstoff Stickstoffdioxid läuft noch dazu ein EU-Vertragsverletzungsverfahren, weil wir die Grenzwerte nicht einhalten. Jeder Tag mit ungesunder Luft ist einer zu viel – es gibt keinen Grund für die Landesregierung, sich selbst auf die Schultern zu klopfen!“