Straßensperre im Winter
APA/EXPA/JOHANN GRODER
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Chronik

Schneechaos: Situation hat sich entspannt

Nach dem starken Schneefall am Mittwoch in weiten Teilen der Obersteiermark hat sich die Situation am Donnerstag entspannt. Auch die Zufahrt zum eingeschneiten LKH Stolzalpe konnte vorübergehend freigegeben werden.

Die L546 auf die Stolzalpe war nach immensem Windbruch seit Mittwochvormittag unpassierbar: Mehr als 50 Bäume waren hier umgeknickt und auf die Straße gefallen, außerdem drohen noch weitere 50 bis 70 Bäume auf die Straße zu fallen. Damit saßen 665 Personen fest – davon 250 vom Personal des LKH, dazu 180 Teilnehmer eines Fortbildungskurses, stationäre Patienten sowie 86 ambulante Personen mit Begleitpersonen und mehrere Kinder des Kindergartens Stolzalpe.

Nacht verlief ruhig

Rund 100 Feuerwehrleute und Mannschaften der Straßendienste aus dem Bezirk Murau sowie Forstarbeiter hatten die Straße dann während der ganzen Nacht geräumt – Donnerstagvormittag konnte sie für etwa eine Stunde geöffnet werden. Die Erleichterung war groß, auch wenn die Nacht ruhig verlief, erzählt Gerlinde Koller vom LKH Stolzalpe: „Es war natürlich Katastrophenschutzalarm, das heißt, wir haben ein Kriseninterventionsteam von eigenen Mitarbeitern vor Ort gehabt, und das konnte wirklich alle beruhigen – so war ein ordnungsgemäßer, ruhiger Ablauf gewährleistet. Wir haben hier einen großen Vorteil – sehr viele Wohnobjekte und Festsäle, die wir nutzen konnten, und wir haben wirklich dann 400 Schlafplätze vorhalten können.“

Derzeit sind noch noch rund 350 Personen eingeschlossen – die Straße bleibt vorerst auch gesperrt, wird aber während kurzer Zeitfenster geöffnet. Ebenfalls gesperrt sind noch die B95 von Predlitz auf die Turracher Höhe, die St. Lambrechter Landesstraße (L502) von Neumarkt nach Murau und die L511 zwischen Stadl an der Mur und Flattnitz in Kärnten.

Stromversorgung wieder hergestellt

Die Stromversorgung ist mittlerweile weitestgehend wieder hergestellt – auch in Stadl an der Mur: Dort waren 20 Mobilfunkstationen ausgefallen und damit auch die Einsatzkräfte zeitweise nicht erreichbar. Auch das örtliche Seniorenzentrum war für mehr als 30 Stunden ohne Strom. Die Bewohner hätten dieses totale Blackout aber gut überstanden; mit Notstromaggregaten sei man über die Nachtstunden gekommen, heißt es von der Heimleitung.

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Schneechaos in der Obersteiermark
BFV Liezen / Schlüßlmayr
Schneechaos in der Obersteiermark
APA/BFV LIEZEN/SCHLÜSSLMAYR
Schneechaos in der Obersteiermark
BFV Liezen / Schlüßlmayr
Schneechaos in der Obersteiermark
APA/BFV LIEZEN/SCHLÜSSLMAYR
Schneechaos in der Obersteiermark
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Ab Freitag könnte sich die Situation wieder verschärfen, sagen Experten: Für das Bergland sind orkanartige Sturmböen prognostiziert, hinzu kommen milde Temperaturen – beides zusammen könnte für Hochwasser, Muren und Windbruch sorgen.

Früher Wintereinbruch sorgte für erstes Verkehrschaos

Seit Dienstagabend zeigt in den Bezirken Liezen und Murau der Winter schon Anfang November, was er kann und hält Einsatzkräfte sowie Mitarbeiter der Stromversorger und Straßenmeistereien auf Trab. Zwischenzeitlich mussten die B320, die B96 und auch die Pyhrnautobahn (A9) zwischen dem Knoten St. Michael und dem Gleinalmtunnel gesperrt werden – laut Polizei blieben immer wieder Lkws hängen. Auch zahlreiche Bauernhöfe im Raum Mitterberg nahe Öblarn waren am Mittwoch nicht erreichbar.