Das Wort Insolvenz aus Scrabble Bausteinen zusammengesetzt
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Wirtschaft

Privatkonkurse weiterhin auf Rekordhoch

Nach wie vor ist die Zahl der Privatkonkurse in der Steiermark auf einem Rekordniveau. Seit der Privatkonkursnovelle 2017 ist es einfacher, einen Privatkonkurs zu beantragen – etwa weil die zehnprozentige Mindestquote weggefallen ist.

Die Zahl der Privatkonkurse hat sich auch im Vorjahr in der Steiermark gegenüber den Jahren 2016 und 2017 nahezu verdoppelt – das zweite Jahr in Folge gibt es damit so viele Privatkonkurse wie nie zuvor: Pro Woche seien es rund 20 neue Verfahren, insgesamt mehr als 1.000 pro Jahr.

Weg in die Insolvenz wurde leichter

Vor allem hoch verschuldete ehemalige Unternehmer würden ausnutzen, dass die zehnprozentige Mindestquote weggefallen ist – viele hätten beträchtliche Verbindlichkeiten, sagt Franz Blantz vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV).

„Früher hat ein Ex-Unternehmer, der unter Umständen bei der Bank Bürgschaften in Millionenhöhe übernommen hat, wenn er sich mit der Bank nicht auf einen Zahlungsplan einigen konnte, zumindest zehn Prozent im Abschöpfungsverfahren erreichen müssen. Das war in vielen Fällen unmöglich. Seit 2017 besteht nun die Möglichkeit, dass auch diesen Personen das Privatkonkursverfahren offen steht“.

Menschen mit geringem Einkommen oft betroffen

Der zweite große Personenkreis, der den leichteren Zugang zu einem Insolvenzverfahren nutzt, sind Menschen, mit sehr geringem Einkommen – hier würden sich die Verbindlichkeiten oft in einer Größenordnung unter 30.000 Euro bewegen. Aber das seien auch Personen, die unter Umständen bereits seit Jahren keinen Arbeitsplatz mehr haben oder sogar Notstandshilfe oder Mindeseinkommen beziehen, sagt Blantz. Diese Menschen hätten nun die Möglichkeit, den Gläubigern Zahlungspläne mit einem Betrag von monatlich auch nur 20 bis 30 Euro anzubieten.

Rückgang der Privatkonkurse nicht zu erwarten

Weil nun wesentlich mehr Menschen in Privatkonkurs gehen, hat sich auch die Summe der Gesamtpassiva von 100 auf 160 Millionen Euro erhöht, sagt Franz Blantz. Mit einem Rückgang der Privatkonkurse rechne er vorerst nicht, der Ansturm bei den Beratungsstellen sei groß.

Die Zahl der Firmenpleiten ging in der Steiermark entgegen dem Österreich-Trend übrigens zurück. Allerdings gab es mit Charles Vögele und Herbitschek hierzulande die größten Insolvenzen mit den meisten gefährdeten Arbeitsplätzen – mehr dazu in Konjunktur sorgte für mehr Firmenpleiten (news.ORF.at).