ÖBB Cityjet, Sujetbild, Bahnsteig
ÖBB/Philipp Horak
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Politik

Land fordert Geld vom Bund für Öffi-Ausbau

Landesverkehrsreferent Anton Lang (SPÖ) fordert von der Bundesregierung einen Millionenbetrag für den Ausbau des Öffi-Verkehrs. Außerdem warte man noch auf von der Vorgängerregierung versprochenes Geld.

Im Juni 2018 versprach der damalige Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) im Rahmen der „Nahverkehrsmilliarde“ jährlich 20 Millionen Euro aus einem Bundestopf für den Ausbau des Grazer Straßenbahnnetzes: Stadt Graz, Land Steiermark und der Bund sollten sich das Geld dafür zu jeweils einem Drittel teilen, hieß es.

Eine konkrete Zahl nannte Anton Lang nicht, aber es handle sich zumindest um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, den er vom Bund zusätzlich fordert.

Lang will schnell einen Termin

„Diese Drittel-Lösung ist bis dato nicht zustande gekommen, weil der Bund bis jetzt kein Geld überwiesen hat“, sagte nun Landesverkehrsreferent Anton Lang, „jetzt bin ich optimistisch, da ja die neue Bundesregierung diese Verkehrsmilliarde ausgerufen hat für die Ballungszentren in Österreich, das heißt, ich werde versuchen, sobald wie möglich einen Termin bei der neuen Verkehrsministerin zu bekommen“.

„Flächendeckung alleine unfinanzierbar“

Verkehrsministerin ist die Steirerin Leonore Gewessler von den Grünen – und sie muss damit rechnen, dass der steirische Landesverkehrsreferent mehr als dieses zugesagte Drittel einfordern wird: „Auf jeden Fall“, so Lang, „wir haben große Herausforderungen, wir haben Bahnen, die wir entsprechend sanieren müssen, die Murtalbahn, die Radkersburger Bahn, wir haben Regionen, wo wir keine Schiene haben. Dort setzen wir auf das Regio-Bus-System, dort müssen wir auch entsprechend neue Takte einführen. Wir wollen flächendeckend in der Steiermark öffentlichen Verkehr anbieten, und das können wir nicht aus dem Verkehrsbudget des Landes Steiermark alleine finanzieren. Daher brauchen wir die finanzielle Unterstützung des Bundes.“

Für die Experten des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sind Investitionen in den öffentlichen Verkehr dringend notwendig: So zeigt eine aktuelle Studie, dass viele Regionen in der Steiermark mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer erreichbar sind – mehr dazu in Öffis: Viele Regionen mit Nachholbedarf (3.1.2020).

Wege nach Graz erleichtern

Projekte in den Regionen, die bereits auf Schiene sind, können ohne Bundesmittel finanziert werden, so Lang: „Wir haben auf jeden Fall Potenzial auf der S5, der S6, die Verbindung südlich von Graz Richtung Süd- und Südweststeiermark. Wir werden aber auch schauen, dass wir den Verkehr aus der Obersteiermark in Richtung Graz noch attraktivieren.“ Der heurige S-Bahn-Fahrblan ist laut Lang der beste seit dem Start der S-Bahn im Jahr 2007 – die aktuellen Fahrgastzahlen sind im Vergleich zur Zeit vor der S-Bahn um 58 Prozent gestiegen.