Zaha Hadid-Bau in Graz
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Chronik

Zaha Hadid-Haus in Graz offiziell eröffnet

Wo mitten in der Grazer Innenstadt bis zum Jahr 2003 das alte „Kommodhaus“ gestanden war, befindet sich nun ein Entwurf der internationalen Stararchitektin Zaha Hadid. Am Donnerstag wurde das Gebäude offiziell eröffnet.

Bei der Konstruktion macht nicht nur jeder Passant, sondern auch das Gebäude selbst „Augen“: „Argos“ heißt der neue Bau in der Grazer Burggasse unweit der Oper, benannt nach der mythologischen Figur mit mehreren hundert Augen am ganzen Körper.

43 unterschiedliche Fensterformen

Hunderte Augen sind es es zwar nicht, aber immerhin zieren die Fassade 43 sogenannte „Bubbles“, so Bauträger Dieter Johs: „Wir haben 43 unterschiedliche Fensterformen, 43 unterschiedliche Unterkonstruktionen, und insgesamt wiegt diese Fassade 44.000 Kilogramm, der schwerste ‚Bubble‘ hat alleine 3.300 Kilogramm.“

Zaha Hadid-Bau in Graz
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„Die Diktion war, dass diese ‚Bubbles‘ eine Art von moderner Interpretation des alten Begriffs des Erkers sein sollen“, so Bau-Initiator Reinhard Hohenberg.

„Erst überlegen, wie man baut, was sie entworfen hat“

Hinausschauen auf die Grazer Innenstadt kann man aus den Büroräumlichkeiten oder aus den insgesamt 21 Apartments des sechsstöckigen Gebäudes. Entworfen wurde es von der irakisch-stämmigen, 2016 verstorbenen Stararchitektin Zaha Hadid: „Ihr Baustil war ein fließender, ein kinetischer, also immer auf der Bewegung basierend, und das besondere an diesem Architekturprojekt ist eben – wie bei vielen anderen Hadid-Projekten –, dass man sich erst überlegen musste, wie man das baut, was sie entworfen hat“, so Johs.

„Argos“ by Zaha Hadid

Mit „Argos“ hat Graz ab sofort einen neuen, wenn auch umstrittenen Kultbau.

Hunderte Projekte konnte Hadid weltweit realisieren, darunter auch die Hungerburgbahn und die Berg-Isel-Schanze in Innsbruck sowie den Campus der Wiener Wirtschaftsuni. Das Grazer Projekt wiederum wurde 2015 in Angriff genommen, nachdem Hadid die entsprechende Ausschreibung gewonnen hatte.

„Es bedarf Polarisierung, sonst wären wir Minimundus“

Der Bau wurde allerdings auch von Protesten begleitet – das Gebäude sei ein Fremdkörper inmitten der Altstadt, so die Kritiker. „Ich glaube, dass es der Polarisierung bedarf, das heißt, wenn alles gleich aussehe, dann wären wir Minimundus“, kontert Hohenberg.