Brennende Batterien
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Chronik

Feuerprobe für E-Auto-Batterien in Eisenerz

Was passiert beim Brand eines Elektrofahrzeuges, und was ist beim Löschen zu beachten? Diesen Fragen widmet sich ein Forschungsprojekt der TU Graz und der Montan-Uni Leoben. Im Zentrum am Berg in Eisenerz wurde der Brand einer E-Auto-Batterie simuliert.

Auch auf den steirischen Straßen sind immer mehr Elektrofahrzeuge unterwegs. Mit ihrer Zahl steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Unfällen und Bränden. Am Dienstag wurde im Forschungszentrum am Erzberg der Brand von drei Batteriemodulen simuliert – bis zu 27 sind in einem E-Auto verbaut.

Robert Galler, der Leiter des Zentrums am Berg, schilderte: „Wir können nicht gleich das ganze Package hier einem Versuch unterwerfen, weil wir ja nicht genau wissen, was rauskommt und wie die Batterien reagieren. Daher fangen wir heute im kleinen Maßstab an, hier in einem im Tunnel separat aufgebauten Tunnel einmal ein, dann drei Module und am Ende 27 Module zu untersuchen.“

Temperatur- und Schadstoffentwicklung beobachtet

Beobachtet wurde die Temperatur- und Schadstoffentwicklung und wie sich die Flammen von einem Modul auf das nächste ausbreiten. Während diese gesammelten Daten erst ausgewertet werden müssen, liegen laut TU-Graz-Projektleiter Daniel Fruhwirt Erkenntnisse beim Löschen eines brennenden E-Autos bereits vor.

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„‚Brand aus‘ bei einem herkömmlichen Fahrzeug ist relativ rasch erkennbar. Bei einem Elektrofahrzeug kann es sein, dass der Brand zwar eingedämmt ist, aber die Reaktion kann bis zu 14 Tage später wieder von selbst starten – und somit kann die Gefahr erst nach einer gewissen Zeit beseitigt werden“, so Fruhwirt.

„Branddauer nicht vergleichbar“

Auch die Dauer eines E-Auto-Brandes unterscheidet sich stark von einem bei einem herkömmlichen Fahrzeug, sagte Galler. Die Branddauer sei nicht ganz vergleichbar: „Während wir bei drei bis vier Megawatt bei einem Dieselbrand ca. 20 Minuten Branddauer haben, haben wir hier doch bei diesen drei Modulen, sehr wenig im Vergleich zu einem richtigen Fahrzeug, schon 45 Minuten. Hätten wir jetzt ein ganzes Package eines Autos ausprobiert, würden wir sehr viel längere Branddauern haben – verglichen mit einem Diesel-Pkw.“

Im Sommer soll auf dem Erzberg ein Brandversuch mit einem vollwertigen Elektroauto stattfinden – dann ist auch ein spezielles Löschtraining der Feuerwehr geplant.